IARU02
Spanien und Portugal 2014

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Containerschiff MV “OPDR Tanger” / 5BAH2    Click picture to enlarge.

Fahrt von Rotterdam nach Spanien und Portugal
Vom 11. April 2014 an bin ich mit M/V “OPDR Tanger/5BAH2„ von Rotterdam / Beatrixhaven aus, nach Spanien und Portugal als Funker unterwegs.
Nach einer etwa 13-stündigen Fahrt mit der DB und der NS, der Niederländischen Staatsbahn erreiche ich am Freitag, den 11.04.2013 abends gegen 19:10 Uhr den Hauptbahnhof Rotterdam-Centraal. Ein neuer, wunderschöner Bahnhof, erst kürzlich von der niederländischen Königin eingeweiht.
Ich habe mir in Hafennähe ein Hotelzimmer bis zum 13. April 2013 genommen, kann so auch von der Hafenstadt Rotterdam einige Eindrücke gewinnen.

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Eindrücke aus der Innenstadt von Rotterdam, in Bildmitte der Euromast. Eine sehr saubere, moderne Stadt.  Click picture to enlarge.



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Innenstadt von Rotterdam, schöne Wohnanlage in einem ehemaligen Speicher.  Click picture to enlarge.


In Rotterdam gibt eine Vorschrift, wonach sich alle nicht belgischen, nicht niederländischen und nicht luxemburgischen Bürger, vor der Einschiffung bei der Hafenpolizei im Immigration Office, St. Jobsweg 6 in Rotterdam anmelden müssen. Eine angenehme Behörde. Die Anmeldung dauerte nur wenige Minuten.
In meinem Hotelzimmer habe ich WiFi und kann so die aktuelle Position von M/V „OPDR Tanger“ über AIS zeitnah verfolgen.
Am Samstag habe mit dem Kapitän von M/V „OPDR Tanger“ per Mobiltelefon gesprochen - „OPDR Tanger“ wird definitiv am Sonntag, den 13.04.2014 um 11:20 Uhr in Beatrixhaven, Liegeplatz 2740 festmachen.
Eile ist also nicht geboten, denn M/V „OPDR Tanger“ liegt nach Rücksprache mit dem Kapitän in der Regel mehr als 24 Stunden an diesem Liegeplatz, was auch diesmal nicht anders ist.
Ein Taxi bringt mich in den frühen Nachmittagsstunden vom Hotel zum Beatrixhaven. Das Taxi darf nach Anmeldung im Gatehouse bis zur Gangway fahren. Ein sehr angenehmer Taxifahrer in Nadelstreifen und Krawatte. Ich bedanke mich und gebe ein angemessenes Trinkgeld. 
Ein Mitglied der Decksbesatzung der “OPDR Tanger” bringt freundlicherweise meinen nicht ganz leichtes Gepäck in meine Kammer auf dem C-Deck.
Meine Kammer besteht aus Wohn- und Schlafraum sowie Naßzelle mit Dusche, WC und Waschbecken, insgesamt etwa 17 qm groß. Ich habe Aussicht nach Achtern und nach Backbord.
Für meine Funkstelle erhalte ich eine zweite Kammer, ebenfalls auf dem C-Deck, jedoch Steuerbord, etwa 16 qm groß. Von hier habe Aussicht nach Achtern und nach Steuerbord und kann das Antennenkabel direkt zum Brückendeck führen.


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Golf von Biscaya - Containerschiff MV “OPDR Tanger” / 5BAH2, angenehm ruhige See 1 bis 3.      Click picture to enlarge. 



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Containerschiff MV “OPDR Tanger” / 5BAH2 auf diesem Bild im dem Rio Guadalquivir stromauf in Richtung Sevilla.
Der Fluß ist von Natur aus sehr sedimentreich, aber nicht schmutzig.  
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Meine private Kammer, wie persönlich für mich zugeschnitten.    
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Meine Kammer, so aufgeräumt ist sie natürlich nicht immer, hi.  
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In den Häfen ist die Warnweste generell vorgeschrieben. Im Ladebereich besteht zusätzlich Helmpflicht. Wir sind ja nicht auf einem
Kreuzfahrtschiff. Diese Dinge stellt die Reederei in der Kammer zur Verfügung, wie auch die persönlichen Rettungsmittel.



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Meine Kammer. Die Matraze ist diesmal ungewöhnlich hart.  Click picture to enlarge.  



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Meine Kammer. Die sanitären Installationen sind funktionell und gut.



An Bord gehend werde ich bereits von unserem Kapitän erwartet. Es gibt eine umfassende  Besprechung und Einweisung, denn dieses Schiff hat so seine Besonderheiten bezüglich der Kommunikationswege.
Kapitän Fernando Aibar Los Santos kommt aus Spanien, ist 72 Jahre alt, ist fit wie ein 50-jähriger. Eine völlig neue, und sehr, sehr angenehme Erfahrung. Unter einem so hervorragenden Kapitän kann man wohl nicht so oft im Leben fahren. Mit seinem Wissen und Erfahrungsschatz steht er souverän über Allem.
Seine Ausführungen, zu welchem Thema auch immer, sind für mich wie eine Vorlesung über 60 Jahre Seefahrt und den zugehörigen geschichtlichen Informationen über die Häfen. Wunderbar.

Wie auf allen Frachtschiffen ist Englisch nicht nur die festgelegte Arbeitssprache an Bord, sondern auch das Verständigungsmittel mit den Lotsen und für die Kommunikation per VHF mit den Küstenfunkstellen oder anderen Schiffen. Das ist auch hier mehr oder weniger so.
Bei fast 90 % Spaniern an Bord hat sich natürlich als Bordsprache Spanisch durchgesetzt. In den Messen fällt nur sehr selten eine englische Vokabel, von Deutsch ganz zu schweigen.
Mein Spanischexamen liegt weit über 35 Jahre zurück. Also wie so oft in meinem Leben ist wieder einmal “Learning by doing” angesagt.
Nach 3 Tagen auf See ist vieles vergessen geglaubte, wieder halbwegs aktiviert. Der Rest ist harte Arbeit. Aber was soll ich machen.


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In der Offiziersmesse. Von links nach rechts unser Chief Engineer, unser 2nd. Engineer und unser ETO.  Click picture to enlarge.  



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In der Offiziersmesse, links im Bild unser 2nd. Mate aus Polen, rechts unser Chief Mate.  
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In der Offiziersmesse. Links unser Chief Mate, in Bildmitte unser 2nd. Mate, rechts unser Chief Engineer.  
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Die Funkstelle gemäß GMDSS auf der Brücke. Die Funkübertragung ist heute weitgehend automatisiert, die zunehmende
Papierflut ist oft abendfüllend. Alles muß dokumentiert werden.


Das Bedienpult für einen 2 kW Sender für Kurzwelle, Kurzwellenempfänger analog und digital, RTTY, E-Mail über Inmarsat sowie diverse Notrufsysteme. Die Senderhardware befinden sich im Server-Raum auf der Brücke. Entsprechend des internationalen Übereinkommen zum Schutz des menschlichen Lebens auf See, Safety of Life at Sea (SOLAS), sind die Bedienpulte auf fast allen Handeslschiffen sehr ähnlich.
Die meisten Verbindungen von und zur Reederei erfolgen über Funk-Fernschreibkanäle, ausgedruckt auf den beiden Nadeldruckern auf dem Funkpult. Über die beiden Tastaturen können E-Mails, ähnlich vergleichbar mit dem Internet an Land, per Inmarsat übermittelt werden. Aber sehr teuer.
Andere Informationen laufen über E-Mail direkt auf dem PC des Kapitäns in seiner Kammer auf.



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Der Lotse für den Hafen von Lisboa in Bildmitte. Er wollte seine schadhafte Lockenpracht vor dem Foto noch in Ordnung bringen,
vergeblich!



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In der Offiziersmesse. Links unser Kapitän, rechts unser Chief Mate.  Click picture to enlarge.  



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Auf See, Normalbetrieb auf der Brücke, links im Bild unser Chief Mate, rechts unser Kapitän.



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Kollegen der Decksmannschaft, in Bildmitte unser Bootsmann (Bosun), gute Leute.



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Auf Reede vor Cartagena, viel Zeit zu angeln und die Seele mal baumeln zu lassen. Unser Elektroingenieur (ETO) beim
Angeln mit einfachsten Mitteln, aber sehr effektiv.
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Auf Reede vor Cartagena, viel Zeit zu angeln, unsere Philippinos sind beim Angeln am erfolgreichsten.



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Unser Chefkoch, ein guter Mann seiner Zunft, 4 Sterne sind wohl nicht übertrieben. 
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Unser Steward (Messman).  Click picture to enlarge.  



M/V “OPDR Tanger/5BAH2” fährt unter der Flagge von Zypern mit Heimathafen Limassol. Auf dieser Fahrt sind wir zu 15:  Kapitän, 1. und 2. nautischer Offizier, Chief, 2. Ingenieur, Funker, Bootsmann, Chefkoch, Steward (Messman), sowie Decks- und Maschinenbesatzung.
Der Kapitän kommt aus Spanien, der Chief Mate von den Kanaren, der 2nd. Mate aus Polen, der Ch. Eng. sowie der 2nd. Eng. beide aus Spanien mit Wurzeln auf Cuba, der Elektroingenieur (ETO) kommt von den Kanarischen Inseln (Spanien), der Chefkoch (Cookie) und der Bootsmann von den Philippinen. Die übrige Besatzung, Messman, Oiler, Fitter, AB und OS kommen ebenfalls von den Philippinen bzw. Rumänien. Bordsprachen waren Spanisch und Englisch als sich recht gut ergänzende Mischung. Mit meinem Deutsch war ich auch auf dieser Fahrt, wie so oft, wieder völlig allein.
Es gab dennoch keinerlei Verständigungsprobleme. Auch diesmal wieder eine ganz prima Crew, hilfsbereit, sehr freundlich und zuvorkommend.
Diesmal eine sehr lustige Mannschaft, viele hatten permanent ein Liedchen auf den Lippen.
Das Schiff wird von der Oldenburg Portugiesischen Dampfschiff Rhederei sprich OPDR bereedert. Hier schreibt man Reederei noch traditionell als Rhederei. Tradition verpflichtet.


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Die Kreidefelsen von Dover in England.



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OPDR Tanger anlaufend auf die Straße von Gibraltar mit Kurs 270°, Orcas und Wale begleiten uns. 
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Die Mannschaftsmesse, hier ist abends richtig Stimmung. Laute Musik, Karaoke oder knall harte Videos. 



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Die Offiziersmesse. 
 



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In aller Bescheidenheit, es fehlt wirklich an nichts. 
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Man gönnst sich ja sonst nichts. Viele Mitglieder der Crew bringen etwas Wein, Wurst- und Käsespezialitäten vom Landgang mit
an Bord.



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Die Garnelen sind natürlich nicht selbst gefangen, sondern aus der Kühllast, hi.   Click picture to enlarge.  



Wir haben in der Regel ca. 600 TEU’s geladen, mal mehr Mal weniger, sehr viele Reefer (Kühlcontainer). Die Mehrzahl waren FEU’s also 40”, 42” oder 45” Container. Das ist heute Standard. 
M/V “OPDR Tanger/5BAH2“, wurde im Jahr 2008 auf der „Fujian Mawei Shipbuilding Fuzhou” in China gebaut. Ein mittleres Frachtschiff mit einer Tragfähigkeit von 8.500 t. 
Der 7-Zylinder Diesel bringt eine Leistung von 8.000 kW auf den Propeller und verbraucht in 24 Std. bis zu 26 t Schweröl, wovon die Tonne in Rotterdam zur Zeit etwa 890 US$ kostet. Die Brennstoffpreise haben sich in den letzten 10 Jahren mehr als verdreifacht. Viele Frachtschiffe fahren daher mit verminderter Geschwindigkeit, um die Brennstoffkosten zu minimieren.
Die Qualität unseres in China gebauten Schiffes ist recht bescheiden, für das Wort bescheiden dürfte wohl auch das Wort “beschissen” nicht unangemessen erscheinen. Die Vibrationen im gesamten Schiff sind extrem stark. Die Decksmannschaft ist permanent am Rostklopfen, was das Problem aber nur verlagert.
Dieses in China gebaute Schiff kostet ca. 9 Millionen Euro. Für das gleiche Schiff, auf einer deutschen Werft gebaut, (z.B. bei JJ.Sietas in Hamburg), müßte der Eigner ca. 19 Millionen Euro berappen. Qualität hat eben ihen Preis. Reeder sind aber Kaufleute und keine Seeleute, sie müssen auf ihren Schiffen auch nicht fahren.


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Der 7-Zylinder Diesel bringt eine Leistung von bis zu 8.000 kW auf den Propeller.



PSP14 E-02 lüttDer Maschinenkontrollraum, Arbeitsplatz für den Chief Engineer und den 2nd. Engineer



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Jeder der drei Hilfsdiesel erzeugt bei einer Spannung von 440 V 625 kVA. Die Spannung der Steckdosen an Bord liegt bei
234 Volt AC mit 60 Hz. 



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Kleinere Ersatzteile für die Maschine.



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Mülltrennung ist sehr wichtig und mittlerweile auch ein Kostenfaktor bei der Entsorgung in den Häfen. Außer Küchenabfällen
darf nichts mehr über Bord geworfen werden.



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Waschsalon mit Trockner. Waschmaschinen getrennt für Arbeitskleidung und Privatkleidung.



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Konservenlast. Die stille Reserve. In der Regel hat unser Chefkoch Obst und Gemüse von den Märkten in Spanien frisch eingekauft. 



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Getränkelast, Trinkwasser ist ganz wichtig und wird sehr reichlich an Bord genommen. 



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Kühllast für Fleisch, Fisch, Brot und andere verderbliche Köstlichkeiten. 



M/V „OPDR Tanger“ ist 130 m lang, 21 m breit und hat etwa 7 m Tiefgang. Auslaufend aus Rotterdam sind wir mit 498 TEU’s, darunter auch zahlreiche Reefer, gut abgeladen.
Die lange Liegezeit von mehr als 24 Stunden in Rotterdam gibt mir wieder Zeit, in aller Ruhe Standorte für meine Antenne auf verschiedenen Decks auszutesten. Bei schwerem Seegang ist es kaum noch möglich, größere Veränderungen an der Antenne vorzunehmen.
Bei der Installation der Antenne habe ich alle Unterstützung von unserem ETO, unserem Elektroingenieur. Das 22 m lange Antennenkabel führten wir durch das Bullauge meiner Arbeitskammer und installierten die Outbacker Perth mit einem 1,5 m langen Ausleger an der Reeling des Brückendeckes in 32 m über See. Etwas Schaumstoff für die Abdichtung des Bullauges habe ich diesmal mitgebracht.
Es soll ja in der Kammer nicht ziehen. Im Ärmelkanal und im Golf von Biskaya kann das Wetter auch mal unangenehm werden. Da muß das Bullauge halbwegs dicht verschließbar sein, ohne auf die Durchführung des Antennenkabls verzichten zu müssen.


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Meine Antenne für Amateurfunk an der Reeling des Brückendeckes in etwa 32 m über See.    Click picture to enlarge.


Die Outbacker Perth habe ich mit einem Edelstahlausleger etwa 1,5 m vom Schiffskörper weg, installiert. Mit der Antenne kann ich von 80 m bis zu 2 m alle Amateurfunkbänder nutzen. Über eine steckbare Wanderleitung an der Antenne kann ich jedes dieser Bänder voreinstellen. Mit der Edelstahlspeiche an der Spitze des Strahlers kann die gewünschte Frequenz auch sehr fein eingestellt werden.
Mit meinem kleinen Automatiktuner kann ich ohne Veränderung der Feinabstimmspeiche jeweils das ganze Band überstreichen. Das klappt nicht immer sofort, die Edelstahlspeiche muß zumindest auf einen Mittelwert eingestellt werden.


Von Rotterdam ging es am Montag, den 14.04.2014 nonstop nach La Coruña in Nordspanien. Das Schiff fährt auf dem nördlichen Kollisionsschutzweg durch den English Cannel (Ärmelkanal).
Die 2-tägige Seereise durch Nordsee, Ärmelkanal, Keltische See und Golf von Biskaya war angenehm. Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, die Windgeschwindigkeiten liegen selten über 20 Knoten.
Am Dienstag, den 15.04.2014 machen wir in den Abendstunden in La Coruña / Nordspanien fest.
Die Liegezeit in La Coruña liegt nur bei wenigen Stunden. An Landgang ist nicht zu denken.


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Der Hafen von La Coruña in Nordspanien. Das blaue Schiff in der linken Bildhälfte gehört zur Zollverwaltung.



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Der Hafen von La Coruña in Nordspanien.



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Der Hafen von La Coruña in Nordspanien.


Am frühen Mittwochmorgen des 16.04.2014 verlassen wir La Coruña mit Zielhafen Leixões in Portugal. Mangels eines freien Liegeplatzes in Leixões liegen wir am Donnerstag, den 17.04.2014 etwa 6 sm vor Porto (Leixões) auf Reede. (sm = Seemeile = 1,852 km)
Für mich bringt die Liegezeit auf Reede viel Zeit für Amateurfunkbetrieb. Ein großer Teil der Besatzung ist mit dem Angeln von Makrelen befaßt. Christopher, unser Chefkoch ist permanent am Makrelen braten, die sofort auf dem Poopdeck verspeist werden.
Während ich auf dem 20 m Band über mehrere Stunden straff Funkbetrieb mache, bekomme ich frisch gebratene Makrelen, garniert mit Oliven, Orangen- und Zitronenscheiben und ofenwarme Baguette’s in meiner Arbeitskammer serviert. Zu den Makrelen wird mir ein guter spanischer Rotwein in Saftgläsern aus der Messe gereicht.
Unser Messman und unser Cookie sind echte Kumpel. Ich revanchiere mich mit Sixpack á 0,5 l Becks Bier in Dosen aus dem Kühlschrank meiner Kammer.
Mit Küchenchef Christopher hat unsere Reederei einen sehr guten Griff getan. Ein wirklicher Spitzenkoch. Die QSO’s werden zunehmend lockerer.

Landgang in Leixões / Hafen nördlich von Porto - Portugal
Am Nachmittag des 17.04.2014 erreichen wir den Hafen von Leixões in Portugal. Unsere Position im Hafen ist 41°11.136‘ Nord 8°42.007’ West.

Der Landgang für die EU-Crew ist problemfrei. Eine Shore-Card ist nicht erforderlich. Die Liegezeit beträgt nur etwa 4 Stunden. Der stadtnahe Hafen lädt zu einer kleinen Runde zu Fuß ein.
Unser 2nd. Mate ist mit seinem Fahrrad in die Stadt gefahren um für Ostern noch einige Einkäufe zu tätigen und hat einen guten portugiesischen Rotwein dabei nicht vergessen. An Bord wird alles geteilt.
Auch im Hafen wird wieder ausgiebig geangelt. Das Wasser ist hier selbst im Hafen sehr sauber.


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Die Zugbrücke im Hafen von Leixões in Portugal.



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Leixões in Portugal.



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Leixões in Portugal.



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Leixões in Portugal.



Auch auf dieser Fahrt ist es wieder eine angenehme Abwechslung, von Bord des Frachtschiffes auf See nach Land Amateurfunk durchführen zu können.
Obwohl ich einen Laptop für berufliche Obliegenheiten dabei habe, führe ich generell Papierlogbuch. Das ist persönlicher und bringt angenehme Funkverbindungen beim Ausfüllen der QSL-Karten in Erinnerung zurück.
Die QSO’s füllen 21 handgeschriebene Logbuchseiten. Die QSL-Karte auf QRZ.com zeigt i.d.R nicht das aktuelle Schiff, ich habe aber alle QSL-Karten mit dem Schiffsstempel von „OPDR Tanger“ versehen.

Auch nach dieser Fahrt lagen wieder zahlreiche Briefe mit QSL-Karten in meinem Briefkasten, die ich alle direkt beantwortet habe. Für die zum Teil beigefügten IRC’s, Briefmarken und Greenstamps möchte ich mich auch dieses Mal bedanken.
Auf M/V „OPDR Tanger“ war ich in der Regel 8-12 auf der Brücke, also von 20:00 bis 24:00 und von 08:00 bis 12:00 Schiffszeit = LT Rotterdam. (LT = Local Time = Ortszeit)

Amateurfunk hat sich als sehr angenehme Freizeitgestaltung untergeordnet und sehr verträglich eingefügt.
Um die Navigationsinstrumente nicht zu beeinflussen, habe ich die Leistung des FT-897D vorsorglich auf 90 Watt reduziert.
Als Antenne für Amateurfunk habe ich wieder meine „Outbacker Perth“ benutzt, deren Vorzüge ich schon bei zahlreichen früheren Seereisen kennengelernt hatte. Auf dem E-Deck unseres Schiffes in ca. 32 m Höhe über OF-See auf einem Federfuß montiert, bewährte sich diese Antenne bei einer Länge von ca. 1,80 m wieder ausgezeichnet. Auf dieser Reise habe ich zusätzlich eine Verlängerung aus Edelstahl V4A benutzt, die die Antenne etwa 1,5 m weiter weg von den Schiffsaufbauten bringt.
Das Suffix „/mm“ hinter dem Amateurfunkrufzeichen hatte natürlich auch bei dieser Fahrt wieder eine besondere Wirkung.
Erstaunlich waren wieder die guten Rapporte auf 40 m, 30 m, 20 m, 17 m und 15 m mit der „Perth“.

Im Hafen von Lissabon, aber auch während der Passage durch die Straße von Gibraltar, habe ich auf 80 m sehr schöne lokale Verbindungen gefahren.
Auf 80 m ist die Perth zwar resonant, aber mit einer Strahlerlänge von 1,8 m nicht wirklich effektiv.
Für den Nahbereich ist die Antenne auf 80 m aber durchaus brauchbar.
Das massive Gegengewicht des Schiffes mit ca. 130 m Länge und 20 m Breite, aus guten chinesischem Stahl, aber auch das Salzwasser mit seiner guten elektrischen Leitfähigkeit, war bei allen Verbindungen wieder sehr hilfreich.

Das alles sind Multiplikatoren für die „Outbacker Perth“ an Bord eines Schiffes.
Drahtantennen sind auf einem Frachtschiff mit relativ kurzen Hafenabständen sehr ungünstig, man ist dann ständig am An- und Abbauen der Antenne, auch nachts. Das wäre für mich zu viel Streß.

Landgang in Lisboa / Lissabon - Portugal
Den Hafen von Lissabon erreichen wir am Freitag, den 18.04.2014 gegen Mittag. Pilot Time ist 12:30.

(Pilote Time = Ankunftszeit für den Lotsen an Bord) Wir machen an einem stadtnahen Liegeplatz in nr Beato fest.
Die Ladungsübernahme in Lisboa dauert nur 6 Stunden. Der Landgang hält sich also zeitlich in Grenzen. Stadt und Natur in Portugal sind atemberaubend schön.
In zahlreichen Restaurants ist WiFi kostenlos und ich erlaube mir beim Kennenlernen der portugiesischen Küche, die aufgelaufenen E-Mails abzurufen.
Danach Sightseeing und ein paar kleine Einkäufe, wobei ein guter Portwein nicht fehlen darf. 


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Eindrücke beim Einlaufen in die Stadt Lissabon, eine wunderschöne Stadt.



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Eindrücke beim Einlaufen in die Stadt Lissabon, eine wunderschöne Stadt.



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Eindrücke der Stadt Lissabon, eine wunderschöne Stadt.



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Eindrücke der Stadt Lissabon, diese Brücke habe ich 1994 schon mal im Korb als Brückenprüfergast handnah kennengelernt.



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Eindrücke der Stadt Lissabon, eine wunderschöne Stadt.



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Eindrücke der Stadt Lissabon, eine wunderschöne Stadt. Das am 6. August 1966 unter dem Namen “Salazar-Brücke”
freigegebene Bauwerk trägt heute den Namen “Brücke des 25. April”, bezugnehmend auf die Nelkenrevolution in Portugal.


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Eindrücke der Stadt Lissabon, eine wunderschöne Stadt.



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Eindrücke der Stadt Lissabon, eine wunderschöne Stadt.



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Der Hafen von Lissabon, Stadtteil Beato (Lisboa).



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Lissabon (Lisboa) - Beato .



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Eine Straßenkneipe in Lissabon-Beato.



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Fernando, der Gastwirt.



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Auslaufend aus Lisboa versegeln wir nach Sevilla..



Weiterfahrt nach Sevilla / Spanien
Seit Sonnabend, den 19.04.2014 gegen 01:15 Uhr Schiffszeit liegen wir auf Reede vor Sevilla. Die See ist sehr ruhig, das schöne Wetter ist dem Osterfest angemessen.

Reede bedeutet für die Crew immer Fischfang, sprich Angeln und danach ein langes und gutes Abendessen auf dem Poopdeck. Der Koch hat sich auf reichlich Makrelen eingerichtet und keine weiteren Gerichte für das Abendessen vorbereitet. Die Makrelen waren so frisch, daß sie sich noch in der Pfanne bewegten. Das Meer ist hier sehr sauber, schon in etwa 4 m Tiefe kann man die geangelten Makrelen am Haken im Meer sehen. 
Am Sonnabend, den 19.04.2014 gegen 19:30 Uhr Schiffszeit beginnt die lotsenbegleitete Einfahrt in den Rio Guadalquivir stromauf in Richtung Sevilla.
Eine eindrucksvolle Fahrt zwischen hochentwickelten landwirtschaftlichen Betrieben, Reisanbauflächen sowie Zitronen- und Orangenhainen.
Sehr spät am Abend des 19.04.2014 machen wir im Puerto oeste, Muelle centenario, Darsena UTE Batan, am Liegeplatz 15, fest.
Die exakten Koordinaten unseres Liegeplatzes in Sevilla sind 37° 21.3820 Nord und 5° 59.9114 West.
Dieser Liegeplatz ist unsere Heimat für die nächsten 4 Tage und 5 Nächte. Es ist Osterwoche und nur eine Notbesatzung an Kränen arbeitet im Hafen.


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Einfahrt in der Rio Guadalquivir stromauf in Richtung Sevilla. Das Wasser ist sehr sedimenthaltig aber nicht schmutzig. 



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Das Wasser ist sehr sedimenthaltig und damit für die Landwirtschaft sehr fruchtbar.



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Fischfang auf dem Rio Guadalquivir.



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Wasserentnahmestelle für die Landwirtschaft auf dem Rio Guadalquivir.



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Nächtliches Anlaufen des Hafens von Sevilla.



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Unser Liegeplatz in Sevilla: Puerto oeste, Muelle centenario, Darsena UTE Batan, Liegeplatz 15   Click picture to enlarge.  



Nur die Reefer, also die Kühlcontainer werden in Sevilla umgehend gelöscht. Der Rest zieht sich ...
Unser 2nd. Eng. bekommt Besuch von seiner Frau, die 3 Tage als Gast auf unserem Schiff wohnt. 4 Tage und 4 Nächte Landgang, da hat jeder der Crew eine Chance, mal in die Stadt zu kommen.
Sevilla ist eine wunderschöne, sehr alte und doch moderne Stadt. Für den Landgang haben wir immer ein Taxi zur Gangway kommen lassen. Hier fahren viele Taxies bereits elektrisch, faszinierend. Die Stadt haben wir dann natürlich zu Fuß erkundet.
Nach drei Tagen Fußmarsch von mehr als 20 km pro Tag, war der eingetrocknete Kreislauf wieder fit und das Horn an den Hufen beträchtlich gewachsen.
Ich habe beim abendlichen Rückmarsch 5 Flaschen guten spanischen Rotweines im Rucksack, an Bord wird wie immer alles geteilt.
Alle haben wieder etwas mitgebracht, manche etwas Wurst der Region, manche leckere Käsespezialitäten, andere ein paar Flaschen guten Rotweines der Region.
Alkohol gibt es natürlich nur in der Freizeit. Im Dienst ist Alkohol für alle Crew-Mitglieder streng verboten.
Auch wenn abends die Socken dampften, die visuellen und vor allem die kulinarischen Erlebnisse der Stadt Sevilla bleiben in tiefer angenehmer Erinnerung.
Unser Kapitän hat uns einen Besuch im Restaurant „Casa Robles“ – < Alta Corina Sevillana > ausdrücklich empfohlen. Casa Robles ist ein einmaliges kulinarisches Erlebnis. Muß man viel Zeit und eine gut gefüllte Brieftasche mitbringen. Diesen Restaurantbesuch vergißt man aber nie wieder.
Ein erneuter Landgang am Mittwoch nach Sevilla bringt kaum noch Erkenntniszuwächse. Ich möchte die Eindrücke der letzten Tage auch erstmal verarbeiten. 
Der Agent der Companie kommt an Bord und bringt jede Menge Papiere für die nächsten Häfen.
Es riecht nach viel Arbeit.

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Impressionen aus drei Tagen Landgang in Sevilla. Am ersten Tag tröpfelte es noch, dann wird es angenehm warm und trocken.



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Impressionen aus drei Tagen Landgang in Sevilla.



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Impressionen aus drei Tagen Landgang in Sevilla.



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Impressionen aus drei Tagen Landgang in Sevilla.



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Impressionen aus drei Tagen Landgang in Sevilla. Die Straßenbahn wird hier, wie üblich, über Fahrdraht mit 750 V DC
Spannung versorgt.



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Im denkmalgeschützten Zentrum, wo kein Fahrdraht installiert werden darf, kommt der Fahrstrom für wenige Kilometer aus Akkus.



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Impressionen aus drei Tagen Landgang in Sevilla.



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Impressionen aus drei Tagen Landgang in Sevilla. La Torre del Oro, also der Goldene Turm, mit viel Geschichte drum herum
und dem Museo Naval darin.




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Impressionen aus drei Tagen Landgang in Sevilla. Hier gibt es keine “Schlaglöcher”.



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Impressionen aus drei Tagen Landgang in Sevilla. Die Innenhöfe sind wunderschön.



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Impressionen aus drei Tagen Landgang in Sevilla.



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Impressionen aus drei Tagen Landgang in Sevilla.



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Impressionen aus drei Tagen Landgang in Sevilla.



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Impressionen aus drei Tagen Landgang in Sevilla. Die “Puente del Alamillo” ist eine Schrägseilbrücke über den Guadalquivir,
250 m lang, der Pylon 142 m hoch..


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Impressionen aus drei Tagen Landgang in Sevilla. Der “Metropol Parasol” ist eine moderne Holzkonstruktion in der Altstadt.
Er wurde von 2005 bis April 2011 auf dem Platz „Plaza de la Encarnación“ errichtet, an der Stelle einer früheren Markthalle
aus dem Jahr 1842.



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Impressionen aus drei Tagen Landgang in Sevilla.



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Impressionen aus drei Tagen Landgang in Sevilla.



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Impressionen aus drei Tagen Landgang in Sevilla.



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Wir verlassen Sevilla. Die Hafenschleuse, die den Pegel im Hafengebiet konstant hält.



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Ein letzter Blick zurück auf Sevilla.



Wir haben reichlich Ladung für Cartagena übernommen. So schön diese Stadt Sevilla auch immer ist, wir wollen wieder auf See. Mit etwas Glück geht es am frühen Nachmittag des 24.04.2014 noch raus.
Alle brennen darauf.
Habe heute noch ein paar Ansichtskarten geschrieben. Unser Agent der OPDR wird sie morgen auf den Postweg nach Sevilla bringen.
Der Rückmarsch von Sevilla ist am Donnerstag, den 24.04.2014 gegen 13:00 Schiffszeit geplant.
Das Auslaufen in der Mittagszeit im Rio Guadalquivir ist wieder wunderschön. Der Lotse erklärte alle Baulichkeiten beidseitig des Flusses in gepflegtem Spanisch. Wenn ich etwas nicht sofort verstehe, darf ich zurückfragen.
Große Anbauflächen für Reis, Orangen- und Zitronenhaine, Eukalyptuswälder, mediterrane Pinienwälder, und hochspezialisierte Landwirtschaftsbetriebe prägen die Landschaft beidseitig des Flusses.
Der Hafen von Sevilla wird durch eine Schleusenanlage auf konstanten Pegel gehalten.
Der Pegelunterschied beträgt zwar nur 1,10 m, ist aber für die Hafenwirtschaft in Sevilla sehr wichtig.
Diese moderne Schleusenanlage wurde federführend durch ein niederländisches Unternehmen von 2006 bis 2008 für ca. 8 Millionen € unter anderem mit Fördermitteln der EU gebaut. Eine wohl gute Investition in Infrastruktur.

Von Sevilla zur Straße von Gibraltar
Am Donnerstag, den 24.04.2014 legen wir gegen 13:00 LT in Sevilla ab und fahren in Richtung Cartagena im Mittelmeer. (LT = Local Time = Ortszeit, bei uns = Schiffszeit)

Gegen 01:15 Schiffszeit des 25.04.2014 passieren wir Gibraltar. Bis auf eine spärliche Straßenbeleuchtung ist kaum etwas zu sehen. Hell erleuchtet hingegen sind die Stadt und der Hafen von Tanger im Norden von Marokko, dem wirtschaftlichen Zentrum von Marokkos. 
Beide Seiten der Meerenge sind mit dem Fernglas gut auszumachen. Die Fahrt im Mittelmeer am Freitag, den 25.04.2014 ist sehr angenehm.
Die Temperatur liegt bei 26°C und die See ist angenehm windstill bei 1 bis 2. 
Orcas begleiten unser Schiff und gelegentlich sichten wir einen Wal.
Gegen 17:15 LT erreichten wir Cartagena und müssen zunächst auf Reede vor Anker gehen.
Der Pilot (Pilot = Lotse) für die Hafeneinfahrt ist für Sonnabend, den 26.04.2014 gegen 13:00 gemeldet.
Die mehrstündige Reede wird von vielen Besatzungsmitgliedern wieder gern zum Angeln genutzt.
Die verwendete Ausrüstung ist sehr bescheiden, preiswert aber völlig ausreichend. Mit einer Ausrüstung für ca. 10 Euro ist man hier schon gut. 
Im 10-Minuten-Takt werden jetzt die Fische vom Haken genommen. Cookie hat straff zu tun. Was nicht sofort gebraten wird, kommt sofort auf Eis.
Das typische Hakenset besteht aus etwa 1 m Angelsehne mit 5 Haken im Abstand ca. von 20 cm und als Lockmittel farbige Wollfussel - sehr einfach gehalten, die Fische beißen. 
Eine kleine Bleikugel bringt das Ganze nach unten.
Mit Angelsehne 0,30 mm werden Blei und Hakenset bis auf den Meeresgrund abgelassen und dann wieder etwa einen Meter hochgezogen. Dort, nahe am Meeresgrund, beißen die Fische sehr gern.
Der Meeresgrund liegt hier bei etwa 54 m unter Kiel, so zeigt es das Echolot auf der Brücke an.
Der Abend ist sehr angenehm und zieht sich bis weit nach Mitternacht. Die Lufttemperatur ging nicht unter 18°C zurück. Alle gefangenen Fische werden vom Cookie sogleich gebraten und auf dem Poopdeck bei einem guten Glas Rotwein verspeist. Unser Koch hat straffff zu tun.
Die sich anschließende Nachtruhe ist wunderschön, aber wie immer viel zu kurz. Mein Ruhla-Reisewecker klingelt zuverlässig kurz vor 06:00 Uhr Schiffszeit.
Bett machen, Duschen, Rasieren, zwei Treppen zur Messe (Messe = Kantine) nach unten, erstes Frühstück gemeinsam mit der Crew, wieder zwei Treppen nach oben, Zähneputzen - weitere zwei Treppenaufgänge nach oben zur Brücke. Frühsport und Fitneßstudio sind inclusive.
Ein wunderschöner Sonnenaufgang ist zu sehen.


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Auf Reede vor Cartagena, Angeln ist angesagt. Rechs im Bild meine Antenne für Amateurfunk.   Click picture to enlarge.  



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Die Hafeneinfahrt von Cartagena.  Click picture to enlarge.  



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Die Hafeneinfahrt von Cartagena.  Click picture to enlarge.  



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Die Marina von Cartagena.  Click picture to enlarge.  



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Der Fischereihafen von Cartagena.  Click picture to enlarge.  



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Hafeneinfahrt von Cartagena.  Click picture to enlarge.  



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Die Marina von Cartagena.  Click picture to enlarge.  



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Impressionen von zwei Tagen Landgang in Cartagena.  Click picture to enlarge.



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Impressionen von zwei Tagen Landgang in Cartagena.  Click picture to enlarge.



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Impressionen von zwei Tagen Landgang in Cartagena.  Click picture to enlarge.



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Impressionen von zwei Tagen Landgang in Cartagena.  Click picture to enlarge.



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Unser Liegeplatz im Hafen von Cartagena.  Click picture to enlarge.  



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Impressionen von zwei Tagen Landgang in Cartagena, gepflegter Blumenschmuck.  Click picture to enlarge.



Der Hafen von Cartagena / Spanien
Gegen 14:00 am Sonnabend, den 26.04.2014 machen wir in „Puerto de Cartagena“ fest und ein Landgang für die Abendstunden ist angesagt. Das Wetter ist sonnig bei Temperaturen um 25°C. 
Eine wunderbare Altstadt, deren Wurzeln schon über 1000 Jahre weit vor unserer Zeitrechnung liegen.
Von hier aus hat Hannibal seinerzeit die Elefanten nach Rom getrieben. Was für eine Tierquälerei.
Die Nähe Afrikas zeigt sich auch in der Struktur der Bewohner von Cartagena, ethnisch und kulturell sehr durchmischt und wunderbar farben- und lebensfroh.
Sonnabend und Sonntag werden für die Mehrzahl der Crewmitglieder für ausgiebige Landgänge genutzt. In der Innenstadt laden unzählige Kneipen und Restaurants zum Verweilen ein.
Nach gemeinsamen Restaurantbesuch trennen sich die Wege der Crew in der Regel und jeder versucht für seine Familie, für die Crew und für sich etwas einzukaufen.
Kulturell hat Cartagena mit zahlreichen Highlights viel zu bieten, was ich ausgiebig in Anspruch nehme. Abends rauchen bei mir gewöhnlich die Socken, denn ich erkunde generell alles zu Fuß, da sind 20 km pro Landgang locker drin.
Ab Montag, den 28.04.2014, noch vor dem Frühstück, beginnen die Lösch- und Ladearbeiten auf unserem Schiff. Die Ladetechnologie mit Reach-Stacker und LKW ist zeitaufwendig, die Arbeiten ziehen sich bis nach 17:30 Schiffszeit.
Gegen Mittag zieht von See her plötzlich eine dichte Nebelwand in die Stadt. Der Naturspuk dauert etwa drei Stunden und die Stadt erstrahlt wieder wie gewohnt im Sonnenlicht.
So schön wie Landgänge auch immer sind, nach 4 Tagen zieht es uns alle wieder hinaus auf das Meer. Die See lockt und keiner kann widerstehen.

Von Cartagena nach Lisboa
Am 28.04.2014 gegen 18:15 ist Pilot-Time für das Auslaufen aus Cartagena. Wir legen pünktlich ab und die Stadt zeigt sich nochmals unter abendlicher Sonne. Wunderschön.
Am Morgen des 29.04.2014 sind wir mit Kurs 270° in Richtung Gibraltar / Nordatlantik unterwegs.
Gegen 11:00 Schiffszeit passieren wir den Felsen von Gibraltar und laufen in den Nordatlantik.
Der Wind frischt nur gelegentlich auf 30 Knoten auf, die Fahrt ist sehr angenehm. Der Sonnenuntergang war heute besonders schön. Es gab den seltenen grünen Blitz kurz vor Eintauchen der Sonne im Meer.
Ich versuche noch etwas Funkbetrieb auf 20 m. Erst nach 20:00 öffnet sich das Band und über 60 QSO’s mit in der Regel 10 dB über S9 kommen ins Logbuch. Ein Eintrag im DX-Cluster hat offensichtlich zahlreiche Funkamateure auf die Frequenz gelockt. Ich mag das DX-Cluster nicht sonderlich - es ist für meine Begriffe unsportlich und generiert zuweilen ein pile up, was ich zeitlich nicht immer abarbeiten kann.
Kurz vor 23:00 Schiffszeit schließe ich meine Funkstelle, obwohl noch viele Stationen rufen. Ich bin müde, der Tag war anstrengend und der Wecker klingelt morgen um 06:00 Uhr.
Gegen 08:00 des 30.04.2014 machen wir wieder in Lissabon-Beato fest und übernehmen nur sehr wenig Ladung. Kurzer Landgang von nicht mehr als 3 Stunden für mich.
Nach 12:00 dreht uns ein Schlepper aus dem Hafenbecken und weiter geht es direkt nach Tilbury/England. Zwei Tage ohne Unterbrechung auf See erwarten uns. Der Seewetterbericht sagt für die Bucht von Biskaya nur mäßigen Seegang von 3 bis 4 voraus. Die Stimmung der Besatzung ist gut.

Von Lisboa / Portugal nach Tilbury / England
Am 30.04.2014 gegen 14:00 haben wir die Bucht von Lissabon verlassen und nehmen nun nördlichen Kurs in Richtung Golf von Biskaya. Am Abend waren die Bedingungen auf dem 20 m Band recht brauchbar und es kamen wieder zahlreiche Amateurfunkkontakte ins Log.
Nun liegen zwei volle Seetage vor uns. In der Keltischen See und im Ärmelkanal bläst ein kalter Wind und ich muß mein, das kabelführende Bullauge, wieder mit Schaumstoff abdichten.
ETA (Estimated Time of Arrival = voraussichtliche Ankunftszeit) für Tilbury ist Sonnabend, der 03.05.2014 gegen 08:00 Schiffszeit. Wir liegen gut im taktischen Fahrplan der OPDR.
Tilbury bietet Möglichkeit zum Landgang. Der Port-Chaplain vom „Tibury Seafarers Center“ (der Pfarrer für die Seeleute) bringt uns mit seinem Auto bis zum Gatehouse (Hafentor).
Wir tauschen bei ihm noch ein paar Euro gegen Britische Pfund.
Unser 2nd. Mate, unser 2nd. Engineer und unser Bosun (Bootsmann) machen einen Trip mit der Bahn nach London.
Diesen Streß erspare ich mir, zu dem ich London schon recht gut kenne. Ich erkunde die Stadt Tilbury zu Fuß und bin am späten Nachmittag wieder im Tilbury Seafarers Centre.
Hier hatte ich noch reichlich Zeit für ein angenehmes Gespräch mit dem Port Chaplain, welches durchaus neue Erkenntnisse für mein Weltbild brachte.
Unser Port-Chaplain bringt uns am späten Nachmittag mit dem Auto zurück zum Schiff. Wir bedanken uns. Ich fahre noch ein paar letzte QSO’s aus England, baue in Ruhe meine Funktechnik zurück und packe den Hartschalenkoffer.
In Rotterdam, Beatrixhaven, machen wir am Sonntag gegen 05:00 Schiffszeit fest, ausreichend Zeit, meinen Zug um 10:05 ab Rotterdam Centraal zu erreichen.
Ich verabschiede mich von der Crew.

Die Sehnsucht der Seeleute.
Die Sehnsucht hört niemals auf. Wenn Seeleute auf dem Meer unterwegs sind, haben sie Sehnsucht nach der Heimat. In der Heimat haben sie Sehnsucht nach dem Meer, die Sehnsucht hört niemals auf.
Der 24. Dezember ist weltweit in vielen Häfen einer der wenigen Ruhetage. Für die Seeleute ist er etwas Besonderes, denn sie brauchen an Bord nicht zu arbeiten, bis auf die Wache in der Maschine, auf der Brücke und an der Gangway. Gerade zu Weihnachten, wenn Familien weltweit zusammenkommen, um zu feiern, ist das Heimweh der Seeleute an Bord besonders groß.
Doch weit weg von der Familie kommt wenig Weihnachtsstimmung auf, vielmehr Heimweh u. Einsamkeit. Crewmitglieder denken besonders zu Weihnachten an Ihre Familien. Sie denken an die Feste, das Essen und an den Frohsinn daheim. Sie können nicht dabei sein und für manchen Seemann ist es schon fast die Regel.


Die Bahnfahrt von Rotterdam bis Lehndorf dauert wieder mehr als 10 Stunden. Eine wunderschöne Fahrt. Meine Familie erwartet mich bereits am Bahnhof in Lehndorf.

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