IARU02
Notfunk / Katastrophenfunk

In der Vergangenheit haben Funkamateure immer wieder unter Beweis gestellt, daß der Amateurfunk auch dann noch funktioniert, wenn Katastrophen welcher Art auch immer, alle kommerziellen Nachrichtenverbindungen komplett lahmgelegt haben.

Die Novellierung des Gesetzes über den Amateurfunk vom 16.05.1997 schreibt im § 2 : 
Der Amateurfunkdienst ist ein Funkdienst, der von Funkamateuren untereinander, zu wissenschaftlichen, technischen und experimentellen Studien, eigenen Weiterbildung, zur Verständigung der Völker und zur

Unterstützung von Hilfsaktionen in Not- und Katastrophenfällen

wahrgenommen wird.

Nehmen wir diesen Gesetzestext ernst. 

Unterstützung in Notfällen ist damit nicht mehr nur eine Frage des Hamspirits, sondern es leitet sich daraus eine Verpflichtung gegenüber der Öffentlichkeit ab: In Notfällen stellen wir unser Wissen und Können als Funkamateure in den Dienste der Allgemeinheit.

Natürlich wird dieser oder jener sagen, so eine Katastrophe, bei der die Stromversorgung und alle Kommunikationsnetze zusammenbrechen, kann es doch im hochentwickelten Deutschland niemals geben. Wer sich mit Energieversorgungsnetzen halbwegs auskennt, weiß, daß auch in Deutschland aus Kostengründen immer weiter am Limit gefahren wird.

Die jüngsten Naturkatastrophen in den unterschiedlichsten Regionen der Erde haben gezeigt:

Wir sind gut beraten, wenn uns vorbereiten. Von offizieller Seite gibt es leider in Deutschland bisher viel zu wenig Interesse, Notfunknetze zu aktivieren und vorzuhalten. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis ist im Amateurfunk sehr günstig.
Bei regelmäßigem Training der AFU-Notfunknetze liegt die Zuverlässigkeitsrate weit über denen von BOS-Netzen, und das zum Null-Tarif. Hierbei sind uns andere Länder weit voraus.

Neben den klassischen Kurzwellenbändern stehen uns im Amateurfunkdienst heute europaweit verlinkte FM-Relais- und Digipeaternetze zur Verfügung.
Leider legen einige Betreiber von Relaisfunkstellen und Digi’s noch immer viel zu wenig Wert auf eine netzstromunabhängige Betriebsweise. Bei zahlreichen OM’s zu Hause sieht es damit nicht viel besser aus.
Man vertraut leider ausschließlich auf die Steckdose, aber was ist, wenn im Katastrophenfall die Stromversorgungsnetze total ausfallen?

Nach weniger als 5 Stunden sind die Akkus der Mobilfunknetze erschöpt, nach weniger als 9 Stunden sind auch die Akkus in den digitalen Festnetzvermittlungen leer.
Dann wird es sehr ruhig. Notstromaggregate sind nicht überall verfügbar.

Eine Amateurfunk-Notstromversorgung in Form von Blei-Akkus muß nicht viel Geld kosten.
Eine ausgediente Auto-Starter-Batterie kann bei entsprechender Pflege und Auffrischung für den Notfunk noch drei bis fünf Jahre gute Dienste leisten.
Im Amateurfunkbetrieb steht die ausgediente Autobatterie dann in der Regel in der warmen Stube und die Stromentnahme ist auch wesentlich geringer als im normalen Kfz-Einsatz. Ein Funkgerät mit einer Leistung von 100 W zieht maximal 25 A während des Sendens. Dafür sind Kfz-Akkus ausgelegt.

  [ Vorschriften für den Einsatz von Kfz-Starter-Batterien in geschlossenen Räumen unbedingt beachten ! ]

Sulfatablagerungen an den Bleiplatten sind der Hauptgrund für den vorzeitigen Ausfall von Bleiakkus. Besonders Akkus, die über eine längere Zeit gelagert, nur selten genutzt oder mit geringen Strömen entladen werden, sind von diesem Problem betroffen. Um dem entgegenzuwirken, sollte ein Blei-Akku- Aktivator benutzt werden. Er erzeugt periodisch alle 20 Sekunden einen kräftigen Entlade-Stromimpuls bis zu 100 A, die den Akku aktiv halten, die schädliche Sulfatierung vermindern und damit die Akku- Lebensdauer verlängern. Ich benutze einen Blei-Akku-Aktivator Power-Brick PB 500 von ELV. 
Da die Impulsdauer nur 0,1 s beträgt, liegt die mittlere Betriebsstromaufnahme des PB 500 bei weniger als 1,5 mA

Eine ausgediente Auto-Starter-Batterie, die mit dem PB 500 wieder aktiviert und mit 13,8 V gepuffert wird, ist eine lange nutzbare, preiswerte Lösung, die sich durchaus lohnt. 

Wer auf diese Weise funkt, muß sich auch nicht mit Brummschleifen herumärgern.
Echte Versorgung mit Gleichspannung bietet viele Vorteile.

Im QRP-Betrieb benutze ich seit Dezember 2009 einen Lithium-Eisen-Phosphat-Akkumulator (Li-Io LiFePO4)
13,2 Volt / 20 Ah, eine Weiterentwicklung des Lithium-Ionen-Akkus.


Die DARC-Notfunk-Runde:

Jeden ersten Freitag im Monat ab 17:00 UTC auf 3.760 KHz (+/- qrm)

Ablauf:


- 16:30 UTC bis 17:00 UTC Vorlog durch die Leitstation
- 17:00 UTC Kurzinformation von der Leitstation


Anschließend Bestätigung der gelogten Stationen in der Reihenfolge der Anmeldung

mit Rufzeichen, Rapport, Standort, Locator, Sendeleistung und Antenne.



Handbuch Not- und Katastrophenfunk

Handbuch Notvorräte 

NVIS (Near Vertical Incidence Skywave) 



 

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