IARU02
Island 2016

Fahrt von Rotterdam nach Reyðarfjörður, Island, TF

Vom 20. September 2016 ab, bin ich diesmal mit M/V „MarMakira“ /V2CJ9 von Rotterdam aus, nach Reyðarfjörður auf Island unterwegs.
Die Fahrt geht mit der Deutschen Bahn zunächst über Leipzig, Hannover, Bad Bentheim, weiter mit der NS, der Nederlandse Spoorwegen, über Hangelo, Amelo, Deventer, Apeldoorn, Ammersfort, Gouda, Utrecht bis Rotterdam Centraal.
Der Aufstieg auf das Schiff war eigentlich schon für Sonntag, den 19. September 2016 geplant.
Meine Ankunft mit dem Zug in Rotterdam-Centraal ist bereits Sonntag gegen 17 Uhr.
Der Agent der Reederei teilt mir jedoch telefonisch mit, daß in Rotterdam umfangreiche Instandsetzungsarbeiten auf M/V„MarMakira“ / V2CJ9 erfolgen werden, von denen auch meine Kammer betroffen sei.
Kapitän Wladimir Glushkov meint am Mobiltelefon, daß ich frühestens am Dienstag, den 20.09.2016 gegen 10 Uhr aufsteigen kann. Ich buche für zwei Nächte ein Hotelzimmer im Zentrum von Rotterdam und mache kurzerhand diese schöne Hafenstadt Rotterdam zu meinem ersten Landgang.
Rotterdam kenne ich zwar schon von vielen Reisen, aber eben nur vom Hafen zum Bahnhof und zurück.
Dieser Landgang am Montag ermöglicht mir, die ganze Stadt kennenzulernen. Ein Tagesticket der RET, der Rotterdamer Verkehrsgesellschaft, für 7,50 € erlaubt mir die Benutzung aller Busse, Straßenbahnen und Untergrundbahnen in Rotterdam. In den Niederlanden gibt es in Bahnen und Bussen aber auch innerhalb der Bahnhöfen kostenfreies WLAN.
Besser und preiswerter kann man diese großartige Stadt kaum erkunden. Am Abend kommen wohl auch noch gut 15 km Fußmarsch zusammen. Die Kilometer haben sich gelohnt. Die Hufe dampfen.

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Eindrücke aus der Innenstadt von Rotterdam, in Bildmitte die Erasmusbrücke.
Eine beeindruckende, moderne Stadt. 
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Eindrücke aus der Innenstadt von Rotterdam, Grachten. Click picture to enlarge. 


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Eindrücke aus der Innenstadt von Rotterdam, Markthalle. 
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Am Nachmittag telefoniere ich mit Geoffry Filius und bitte ihn, mich am Dienstag gegen 9 Uhr im Hotel abzuholen und zum Schiff zu fahren. Sein Mainport-Service versorgt u.a. Schiffe im Hafen, fährt Seeleute vom Hafen in die Stadt – „your solution for Shipping & Offshore“ – so steht es auf seiner Karte.
Wenn er selbst keine Zeit hat, über nimmt sein Vater den Auftrag. Alles sehr zuverlässig. Geoffry‘s Frau arbeitet bei der Zeehavenpolitie/Seaport Police, was meine Registrierung noch einfacher gestaltet.
Ein Familienunternehmen mit Rund-Um-Service für Seeleute im Hafen von Rotterdam.
Ein ereignisreicher und interessanter Tag geht zur Neige. Ich falle todmüde in mein Hotelbett.

Dienstag, 20.09.2016
Das Frühstück im Hotel ist hervorragend. Ich packe, begleiche meine Hotelrechnung und werde kurz nach 9 Uhr von Geoffry pünktlich abgeholt. Die Fahrt zum Hafen dauert etwa eine halbe Stunde. Wir haben freie Fahrt bis zur Gangway von M/V MarMakira, was mit einem städtischen Taxi in der Regel nicht möglich ist.

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MV “MarMakira” / V2CJ9. Bilder vom Hafen Rotterdam nach Rückkehr von Island. Click picture to enlarge.



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MV “MarMakira” / V2CJ9. Bilder vom Hafen Rotterdam nach Rückkehr von Island. Click picture to enlarge.



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MV “MarMakira” / V2CJ9. Bilder vom Hafen Rotterdam nach Rückkehr von Island. Click picture to enlarge.


Ich steige 10 Uhr Schiffszeit im RST, Rotterdam Short Sea Terminals, Prins Johann Frisohaven, Liegeplatz 2732 auf MV „MarMakira“ auf und trage mich erst mal in das Bordbuch auf dem Poopdeck des Schiffes ein.
MarMakira ist kein Containerschiff im üblichen Sinne, sondern ein modifizierter Stückgutfrachter auch Combi Freighter genannt und gehört zur Reederei MarConsult Schiffahrt GmbH & Co. KG in Hamburg.
Meinen nicht ganz leichter Koffer mit der gesamten Funkausrüstung wird freundlicherweise in meine Kammer auf dem A-Deck, Backbord gebracht.
Auf „MarMakira“ sind die Decks anders geordnet. Das A-Deck ist auf diesem Schiff das Kapitänsdeck unter der Brücke, das B-Deck ist das Offiziersdeck darunter usw.
Die Messen, die Kombüse, die Vorratsräume, Wäscherei, Umkleideräume etc. sind auf dem Hauptdeck über der Maschine angeordnet.
Kapitän Vladimir Glushkov treffe ich auf der Brücke. Kurze Einweisung auf der Brücke.
Sicherheitseinweisung durch den 2. Mate Alejandro und Abarbeiten der Zollformalitäten.
Auf MV „MarMakira“ geht es weit ruhiger und gemütlicher zu als auf Containerschiffen mit den unter Seeleuten so ungeliebten kurzen Lösch- und Ladezeiten. Stückgut braucht seine Zeit. Bevor es so richtig an die Arbeit geht, kann ich mich in meiner Kammer, die großzügig aus Wohn- und Schlafraum sowie einer Naßzelle mit Dusche, WC und Waschbecken besteht, häuslich einrichten.
Wir haben viel Zeit.

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MV “MarMakira” / V2CJ9. Im Vordergrund Aluminiumbarren 3,67 m x 1,60 m x 0,60 m mit einem
Gewicht von 9,33 t, aus der Aluschmelze Mosjøen in Norwegen. Click picture to enlarge.


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MV “MarMakira”/ V2CJ9. Ein niederländischer Binnenmotorfrachter hat längs festgemacht und
übernimmt einen Teil der Ladung. Click picture to enlarge.


Ich habe im Wohnraum ein Fenster mit Sicht nach Backbord, zwei Fenster mit Sicht zum Vorschiff sowie im Schlafraum ein Fenster nach Backbord.
Die Fenster nach Backbord lassen sich öffnen und erlauben im Wohnraum das Herausführen des Antennenkabels.

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Mein Wohnraum mit Amateurfunkstelle.


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Meine Schlafkammer.


Auf dieser Fahrt sind wir zu 14:  Kapitän, erster, zweiter nautischer Offizier, Chief, 2. Ingenieur, Elektriker, Fitter, Oiler, Bootsmann, Decksmannschaft etc.
Der Kapitän kommt aus Russland, der Chief Mate aus der Ukraine, der 2. Mate von den Philippinen.
Der Chief-Ingenieur sowie der 2. Ingenieur kommen aus der Ukraine. Cookie ist Philippino.
Bootsmann und die Decksmannschaft kommen von ebenfalls von den Philippinen.
Wieder eine ganz prima Crew, wir kommen hervorragend miteinander aus.

Mittwoch, 21.09.2016
Der freie Tag im Hafen gibt mir Zeit, meine Amateurfunkantenne noch besser zu optimieren.
Nach Rückfrage beim Kapitän gibt es auf dem Peildeck keine „besonderen“ Schiffsantennen, von denen ich gebührend Abstand halten sollte.
Am Mittwochnachmittag im Hafen von Rotterdam installiere ich meine Outbacker Perth AFU- Antenne an der Reeling des Brückendeckes und stimme diese auf 14.320 kHz ab.
Die relativ kurze Outbacker Perth reagiert empfindlich bezüglich einer optimalen Stehwelle. Es braucht seine Zeit, bis man den optimalen Abstand der Antenne zu den Schiffsaufbauten gefunden hat.
Mit dieser Einstellung kann ich 14.320 kHz ohne Antennenkoppler etwa 1:1 fahren, das übrige 20 m Band mit Hilfe des Automatiktuners. So viel Zeit hatte ich noch nie für meine Antenne, was sich auf der Fahrt im Nordatlantik aber noch auszahlen wird.
Meine Funkausrüstung besteht auch auf dieser Fahrt wieder aus meinem FT-897D mit einem angesetzten Automatiktuner sowie dem Schaltnetzteil DM-330MVE für die Stromversorgung.
Die kleine UTC-Funkuhr hatte ab Schottland keinen Funkempfang mehr von DCF77, lief aber als Quarzuhr durch.
Gegen 15:45 Uhr Schiffszeit kommen zwei freundliche niederländische Lotsen an Bord und begleiten uns professionell auf der Revierfahrt bis zur Nordsee.
Wir legen gegen 16 Uhr Schiffszeit = MESZ/Rotterdam ab.
Nach etwa einer Stunde Revierfahrt von Waalhaven, die Häfen Maasvlakte, Hook van Holland und gewaltige Industrieanlagen backbord- und steuerbordseitig passierend, erreichen wir die offene See. Die Lotsen gehen von Bord.
Letzte Telefonate über das Mobiltelefon, letzte Whatsapp, letzter E-Mail-Verkehr und letzte Nachrichten der Presse aus dem Internet auf den Laptop gezogen. Da habe ich in den nächsten Tagen auch Offline noch einige Zeilen zu lesen und zu schmunzeln.
Das Vereinigte Königreich betreibt noch zahlreiche Mittelwellensender, die in der Nordsee und im Nordatlantik mit guten Feldstärken hörbar sind.
Der Mittelwellensender North Sound 2 aus Schottland auf 1.035 kHz wird für mich deeeeeeer Sender für die nächsten Tage.
Für die kommenden 4 Seetage ist die dienstliche Kommunikation nur noch über Satellit oder Kurzwelle möglich.
Wir haben folgende Kommunikationsmöglichkeiten:
Inmarsat-Telex: 580/430 50 24 10 und 11
Telefon über Satellit: +87 077 392 2443
Telefax über Satellit: +87 087 076 4646 932
VHF-Seefunk bis zu etwa 10-15 sm vom Festland
E-Mail: marmakira@skyfile.de über die GSM-Netze
Mobiltelefon : +49 152 227 758 47 über die GSM-Netze
Kurzwelle/Grenzwelle: 2.182 kHz

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Die Nadeldrucker für die beiden Fernschreibkanäle. Click picture to enlarge.


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Das Schapp für die gesamte Kommunikation. Click picture to enlarge.


Donnerstag, 22.09.2016.
Gegen 08:30 Schiffszeit befinden wir uns über der Doggerbank etwa in Höhe von Newcastle upon Tyne in England. Die See ist noch angenehm ruhig.
Unsere Maschine, eine 9 Zylinder MaK 9M+32C bringt 4.320 KW, das sind 5.794 PS auf den
4-Blatt-Verstell-Propeller.
Die Hauptmaschine läuft konstant mit 600 Umdrehungen. Wir fahren zurzeit mit 90 % Pitch.
(% Pitch ist die Verstellung der Propellerflügel, damit wird die Geschwindigkeit des Schiffes bestimmt, aber auch Vorwärts- und Rückwärtsfahrt ermöglicht)
90 % Pitch bringt uns eine Geschwindigkeit SOG von 12,9 Knoten unter einem Kurs COG 337° bei etwa 150 bis 200 sm parallel zur englischen Küste. (1 sm = 1,852 km, 60 sm sind der Abstand zwischen zwei Breitengraden)
Das Schiff verfügt weiterhin über ein Bugstrahlruder, den Bow Thruster mit 650 KW.
In den Häfen und auf Reede erfolgt die Stromerzeugung mit 3 Caterpillar Aggregaten 3412C mit je einer Leistung von 1.050 KVA.

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Maschinenkontrollraum. Pult für die Hauptmaschine. Click picture to enlarge.


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Ein Teil der Hauptmaschine mit der Abgasanlage in der oberen Bildhälfte. Click picture to enlarge.


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Kontrollschränke für die Hilfsdiesel. Click picture to enlarge.


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Blick auf die Ventilgruppe der 9-Zylinder Hauptmaschine. Click picture to enlarge.


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Die Caterpillar-Hilfsdiesel mit einer Leistung von je 1.050 KVA.  Click picture to enlarge.



Die erzeugte Bordspannung beträgt etwa 220 Volt AC bei etwa 56 Hz.

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Die Brücke. Arbeitsplatz der nautischen Mannschaft.  Click picture to enlarge.


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Der Kartentisch. Obwohl das Schiff über GPS und elektronische Seekarten verfügt, ist das Mitführen
der Papierkarten auf allen Schiffen verbindlich vorgeschrieben. 
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Der GPS Monitor. Hier kann man u.a. die genaue Uhrzeit, das Datum, den Kurs und die Geschwindigkeit
ablesen. Das System übermittelt über AIS auch die aktuelle Position des Schiffes. 
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Kapitän Wladimir Glushkov sowie zwei niederländische Lotsen auf der Brücke.


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Kapitän Wladimir Glushkov und Chief Mate Oleg Kabanov.


Zur Navigationsunterstützung stehen uns 2 Radargeräte für X-Band und S-Band zur Verfügung. Die Radardaten werden online auf die elektronische Seekarte übertragen. Das X-Band-Radar mit einer Wellenlänge von 3 cm (9,4 GHz) wird überwiegend in Küstennähe und in den Häfen eingesetzt und liefert eine sehr gute Detailauflösung.
Der Nachteil ist der teilweise Ausfall bei Starkregen, welcher den Monitor großflächig gelb einfärbt. 
Das S-Band-Radar (Standard auf See) mit einer Wellenlänge von 10 cm (ca. 3 GHz) hat eine Reichweite von ca. 12 sm und liefert auch bei Starkregen noch gute Bilder. ( 1 sm = 1,852 km ) 
Jedes Schiff im Erfassungsbereich des Radars erscheint mittels Transponder identifiziert in Echtzeit auf der elektronischen Seekarte.

Der Radarschirm des S-Radars ist zur Zeit blau wie das Meer, keinerlei Schiffsverkehr im Umkreis von 12 sm, die wir mit dem Radar einsehen können. (COG = Kurs über Grund); SOG = Geschwindigkeit über Grund)
Das Wetter entwickelt sich in der ersten Tageshälfte recht angenehm mit Temperaturen um die 12°C, 2 bis 3 Knoten Wind und wenigen Wolken.
Die 8/12 Wache begleite ich, sie verläuft angenehm ruhig – offene See. Am Nachmittag werde ich auf 20 m etwas Amateurfunkbetrieb machen.
Die Ausbreitungsbedingungen sind zur Zeit insgesamt recht flau.
Der Funkwetterbericht von N0NBH klingt auch für diese Fahrt nicht allzu optimistisch. Der solare FluxIndex liegt bei nur 83, der K-Wert bei 3 nT.

„Bei zunehmender Sonnenaktivität verbessern sich die Ausbreitungsbedingungen auf Kurzwelle. Je höher die Werte des solaren Fluxes, desto besser sind die zu erwartenden reflektierenden Eigenschaften der Ionosphäre für Weitverbindungen auf höheren Bändern. Bei anhaltenden Fluxwerten von über 100 kann man eine Öffnung der höheren Kurzwellenbänder erwarten.
Die besten Bedingungen für die Kurzwelle sind bei Solaren Flux Indizes über 150 über mehrere Tage und

K-Indizes von 2 und niedriger zu erwarten.“ (1)  

Die Sonne könnte sich durchaus mal etwas anstrengen, meine ich.
Trotz der „faulen“ Sonne und des fast toten Frequenzbandes kommen erste Verbindungen nach Griechenland und Russland sogar mit guten Feldstärken zustande. Die oberen Bänder sind wie zu erwarten weitgehend unbrauchbar.
Meine Sked-Verbindung zu Günter/DL6CM funktioniert auf 20 m zunächst nur unter Hilfe von Timo, OH8AXT in Finnland. Für 20 m bin ich auf dem 54. Breitengrad in Höhe von Schottland noch viel zu nah an Deutschland. Mit den ersten Hops erreiche ich zunächst die Kanaren, dann Italien, Griechenland, Rumänien und die Schweiz mit 59+20.
Wenn das 20 m Band offen ist, funktionieren die Verbindungen mit kleinsten Leistungen und die Feldstärken liegen selten unter 59+10.
Meine Schiffsantenne, die etwa 2 m lange australische Outbacker Perth profitiert natürlich vom Gegengewicht des 146 m langen Schiffes, der Höhe der Antenne von 21 m über See und des Salzwassers unter uns.

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Gangbord steuerbord. Click picture to enlarge.


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Die Back von m/v MarMakira. Click picture to enlarge.


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Durchgang unter den Ladekränen. Click picture to enlarge.


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Winschen und Anker auf der Back. Click picture to enlarge.


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Meine Antenne für Amateurfunk, eine Outbacker Perth, abstimmbar von 80 m bis 2 m. Click picture to enlarge.


Freitag, 23.09.2016
Am Morgen gegen 09:40 Schiffszeit befahren wir das Seegebiet zwischen den Faröer- und den Orkney-Inseln. Unsere Position ist 59°48.9018 N  2°28.2834 E.
Das angekündigte Tiefdruckgebiet nördlich von Schottland hat uns fest im Griff.
Die Außentemperaturen sind auf +10°C gefallen. Wir werden kräftig durchgerüttelt, das Duschen am Morgen gestaltet sich zunehmend schwieriger.
Nach dem Mittagessen höre ich auf dem 20 m Band zunächst Stationen Griechenlands, der Kanaren, und Italiens. In den Nachmittagsstunden sind wir dann auch für Verbindungen in die Schweiz und den Süden Deutschlands für 20 m weit genug entfernt. Das Band ist offen und die Stationen verbiegen mir mit ihren Feldstärken regelrecht die Nadel meiner S-Meter-Anzeige.
Der Sked mit DL6CM um 12:50 UTC verläuft in feinster Telefonqualität. Nach anfänglich hoher Leistung können wir unsere Ausgangsleistung auf jeweils 5 Watt reduzieren und haben dennoch beide ein Signal von 5/9. Wenn das Band offen ist, geht das eben. Die Bedingungen bleiben den ganzen Nachmittag stabil, es kommen zahlreiche QSO’s ins Log.
Hier im hohen Norden kann man nur noch schottische Mittelwellensender und Färöer-Radio auf 531 kHz empfangen. Island betreibt keine Mittelwellensender.
Mehr als 200 sm um uns sind nichts als Wasser, kein Schiffsverkehr weit und breit. Ein Tag vergeht wie der andere.
Nur die Mahlzeiten in der Messe, die Wachen und die festliegenden Funkzeiten bringen etwas Struktur in den Tag.

Sonnabend, 24.09.2016
Wir haben dichten Nebel. Das S-Band Radar zeigt „no traffic“, also keinerlei Schiffsverkehr. Wir sind auch heute wieder ganz allein, zumindest im Umkreis von 12 sm, die das Radar erfaßt. 
Seit etwa 16 Uhr liegt Internet in LTE-Qualität von Island an.
Ich buche über Booking.com ein Zimmer im „Austur“ für den Landgang in Reyðarfjörður.
Gegen 19 Uhr Schiffszeit laufen wir in den Fjord ein, schalten auf das X-Band Radar mit 3 sm Reichweite um und gehen auf Reede. Bis 21 Uhr Schiffszeit ist es noch taghell.
In Reyðarfjörður haben wir zwei Zeitzonen Unterschied zu Deutschland.
Die Landschaft im Fjord ist karg aber wunderschön. Das Wetter trübt sich langsam ein.
Der Schiffswetterbericht sagt für Sonntag ergiebigen Regen aber für Montag strahlenden Sonnenschein mit Temperaturen von 9°C voraus. Genau so hatte ich das bei Jörg Kachelmann bestellt, hi.

Sonntag, 25.09.2016
Die zwei Stunden Zeitunterschied zu Deutschland 14° West und der 65° Nord sind an der abendlichen Helligkeit deutlich zu spüren. Unsere Schiffszeit bleibt auch hier MESZ/Rotterdam. Das Wetter hat sich weiter verschlechtert. Es ist unangenehm feucht und kühl. Der Geruch von Fisch und Seetang liegt über der Bucht.
Wir liegen immer noch auf Reede. Unsere Decksleute sind erfolgreich am Angeln, was Lunch und das abendliche Dinner mit Frischfisch bereichert.
Das 20 m Band öffnet sich langsam. Im 17 m Band sind in den Morgenstunden interessante
Stationen QRV, die mich zur Umstimmung meiner Antenne auf 18 MHz bewegen. Nach dem Abgrasen der wenigen Stationen stimme ich die Antenne auf 14 MHz zurück.
An so einem Tag wo nichts los ist, trifft man sich in den Messen um zu klönen, Meinungen und Erfahrungen auszutauschen, sich etwas besser kennenzulernen.

Montag 26.09.2016, Dienstag 27.09.2016 Landgang in Reyðarfjörður
Am Montag gegen 06 Uhr morgens machen wir in Island, in Reyðarfjörður, am Firmenhafen von Alcoa Island fest. Unser Liegeplatz befindet sich unmittelbar an der Aluminiumschmelze. Der kleine Ort Reyðarfjörður liegt etwa 7 km von unserem Liegeplatz entfernt.

Unsere Position ist N 65°0269‘  W 14°1158‘.

Island ist flächenmäßig die zweitgrößte Insel Europas. Hier leben jedoch nur etwa 350.000 Einwohner.
Die meisten davon in der etwa 650 km entfernten Hauptstadt Reykjavík. Das Volk Islands hat nach mehrene Anläufen verhindert, daß Island der EU beitritt. Bevormundungen aus Brüssel mögen die Isländer wohl nicht. Die Staatsform ist eine Parlamentarische Demokratie. Die Währung sind Isländische Kronen.


Taxis gibt es hier in Reyðarfjörður, einem Ort mit weniger als 3.000 Einwohnen natürlich nicht. Hier hilft man sich gegenseitig. An Fahrzeugen herrscht kein Mangel.
Ragnar, der Zollbeamte, der unser Schiff abgenommen hat, nimmt mich freundlicherweise mit nach Reyðarfjörður und erklärt mir auch kurzerhand den kleinen Ort. Wo es die beste Bäckerei mit dem besten Kaffee gibt, weiß ich schon mal.
Über Booking.com habe ich ein Hotelzimmer für eine Nacht reserviert. Ich bin der einzige Gast im Hotel. Die Saison, an der hier überhaupt Touristen aufschlagen, endet am 15. September.
Ich bin an diesen zwei Tagen immer allein, aber niemals einsam – das ist ein Unterschied.
Kein Mensch kreuzt meinen Weg, außer ich betrete den kleinen Supermarkt, die Bäckerei oder die ansässigen Firmen, von denen es einige gibt. Der Großteil der Firmen hat im weitesten Sinne etwas mit Fischfang, Schiffsausrüstung, Schiffsreparaturen aber auch mit Straßenunterhaltung sowie Winterdienst zu tun.
Die Aluminiumschmelze ALCOA ist wohl der größte Arbeitgeber in Reyðarfjörður. Die Herstellung von Aluminium benötigt viel Elektroenergie, die in Island aber auch in Norwegen kostengünstig zur Verfügung steht. Das Rohmaterial Bauxit wird in großen Bulk-Carriers, also in Schüttgutfrachtschiffen u.a. von Australien nach Reyðarfjörður in Island gebracht.
Die erschmolzenen Aluminiumbarren bringen wir nach Rotterdam.

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Landschaftliche Eindrücke von Island. Click picture to enlarge.


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Landschaftliche Eindrücke von Island. Click picture to enlarge.


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Hafen der Aluminiumschmelze ALCOA etwa 7 km von Reyðarfjörður. Click picture to enlarge.


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Der Fischereihafen in Reyðarfjörður. Click picture to enlarge.


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Die Brennstofflager am Inneren Reydar-Fjord.

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Blick auf Reyðarfjörður. 
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Der Benzinpreis liegt bei 192,9 Isländischen Kronen, das sind zum Tageskurs 1,50 €/Liter. Click picture to enlarge.



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Links die Tankstelle N1, rechts das Hotel Tærgesen. Click picture to enlarge.


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Das Hotel Tærgesen. Click picture to enlarge.


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Die Hafnarsjóður skrifstofa, die Hafenbehörde des Ortes. Click picture to enlarge.


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Die evangelisch-lutherische Kirche von Reyðarfjörður. Click picture to enlarge.


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Die Wohnhäuser sind flächenmäßig klein, aber sehr komfortabel und gemütlich eingerichtet.
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Ein Zweifamilienhaus. Click picture to enlarge.


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In diesem Hotel mit dem Namen “Austur” habe ich übernachtet. Ich war der einzige Gast. Die Saison
für Tourismus ist hier am 15. September zu ende. 
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Zahlreiche Flüsse und Bäche mit kristallklarem, eiskalten Wasser kommen aus den Bergen.
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Moderne Mehrfamilienhäuser. Auf Island heizt man nur elektrisch. Click picture to enlarge.


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Die Vegetation ist karg. Es gibt nur wenige Bäume. Click picture to enlarge.


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Blick in die vulkanischen Berge. Click picture to enlarge.


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Die Straßenmeisterei von Reyðarfjörður. Click picture to enlarge.


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Das Einkaufszentrum mit kleinem Supermarkt, Bank, Apotheke, geöffnet von 11 bis 19 Uhr, 7 Tage in
der Woche. Alkoholische Getränke gibt es in einem gesonderten Laden mit der Aufschrift VÍNBÚÐIN
von 14 bis 19 Uhr. 
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Ein kleiner Privatbetrieb. Click picture to enlarge.


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Blick auf den Fjord. Click picture to enlarge.


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Kleines Naherholungsgebiet am Rande der Ortschaft. Click picture to enlarge.


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Bootshaus, Picknickplatz, Grillhütte, Sanitärhütte, alles sehr gepflegt. Kein Müll an den Wegen,
kein Vandalismus, keine bunten Vögelchen, eine herbe wunderschöne Natur. 
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Kleine Wasserfälle mit kristallkarem Wasser. Click picture to enlarge.


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Landschaftliche Eindrücke aus Reyðarfjörður. Click picture to enlarge.


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Eindrücke aus Reyðarfjörður. Click picture to enlarge.


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Das Sportzentrum in der Nähe einer für mich faszinierenden Grundschule. Click picture to enlarge.


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Eindrücke aus Reyðarfjörður. Click picture to enlarge.


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Das Licht der abendlichen Sonne auf die Berge, faszinierend. Click picture to enlarge.


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Ladebetrieb im Hafen von Reyðarfjörður. 
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Das Fahrzeug der isländischen Zollverwaltung. Die Gangway wird gehievt. In wenigen Minuten
werden wir ablegen. 
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Mittwoch, 28.09.2016
Unsere Ladung ist komplett. Die Docker haben die ganze Nacht geschuftet wie die Kulis. Gegen 10 Uhr kommt das Kommando zum Auslaufen. Ein Lotse ist im Fjord nicht erforderlich.
Ich sende noch einen kurzen Gruß zu meinem Kollegen Ragnar vom Isländischen Zoll.
Die Deutsche Bahn schickt mir eine E-Mail mit einem sogenannten Verspätungsalarm für meine Heimreise.
Die gebuchte Fahrt über Göttingen ist wegen Bauarbeiten nicht möglich. Ich soll über Leipzig mit zusätzlichen Umstiegen in Connewitz, Neukieritzsch und Altenburg umgeleitet werden. Das sind mehr als 4 Stunden zusätzliche Fahrt mit der DB.
Man bittet mich um Verständnis.
Wir versegeln mit Zielhafen Rotterdam. Das Wetter ist stürmig bei 7 bis 8 Beaufort.
Ich lade mir noch den Funkwetterbericht herunter, der wenig Gutes erahnen läßt. Der solare FluxIndex liegt weiterhin bei 83, der K-Wert, der geomagnetische Index ist auf 7 nT (nanoTesla) angestiegen, das Erdmagnetfeld ist mächtig in Unruhe.
Die MUF beträgt gerade mal 7,8 MHz.
Das 20 m Band ist heute unbrauchbar. Erstaunlicherweise gelingen mir dennoch zwei QSO- Verbindungen mit CT, also Portugal. Der Tag endet so unspektakulär wie er begonnen hat. Ich schlaf mich wieder mal richtig aus.

Donnerstag, 29.09.2016
Das Wetter ist weiterhin sehr stürmig und läßt das Schiff mächtig rollen.
Die Sicht ist sehr gut, die Färöer Inseln zeigen sich in voller Pracht. Internet und Mobiltelefon liegen für etwa 3 Stunden in LTE-Standard an. Die Mobilfunknetze sind auf den Färöern aber auch auf Island auf dem neusten Stand. 
Mein Sked mit DL6CM um 12:50 UTC auf 14.313 kHz kommt auch heute nicht zustande. Die Antenne auf 7.195 kHz an der Reeling umzustimmen, traue ich bei diesem Wetter nicht. Das ist zu gefährlich.
In der kommenden Nacht, also am Freitag zwischen 01 und 03 Uhr Schiffszeit befahren wir den Fair Isle Channel mit Abstand von etwa 12 sm zu den Orkney Islands und den Fair Islands.
Die abgehenden E-Mails sind liegen bereits auf Stapel und werden bei anstehenden LTE-Netz abgeschickt.
Die Zollerklärungen habe ich fertiggemacht. Die Bordapotheke muß auf den neuesten Stand gebracht werden. Fehlende oder abgelaufene Medikamente müssen nachbestellt werden. Es gibt immer Arbeit.
Gegen 15:26 Schiffszeit ist unsere Position N 61°22.3871‘ W 4°44.7312‘, COG 147° und SOG 13,2 kts. (COG = Kurs über Grund); SOG = Geschwindigkeit über Grund)
Die Wassertiefe unter Kiel beträgt hier etwa 80 m.
Auf der Brücke ist Smoke-time, gegen ½ 4 treffen wir uns auf der Brücke zu einer Tasse Kaffee und der Kapitän raucht dazu eine wirklich gute Zigarre. Zeit zum Klönen.
Das Schiff gehört zur Flotte der Reederei MarConsult Schiffahrt GmbH & Co. KG aus Hamburg.
Wir segeln zurzeit unter der Flagge von Antigua Barbuda mit Heimathafen Saint Johns.
MV Marmakira/V2CJ9 wurde 2007 auf der Yichang Damen Werft in China gebaut, ist 146 m lang, 18 m breit und hat einen ladungsabhängigen Tiefgang von etwa 6 m.
Marmakira ist ein Semicontainerschiff, wir können sowohl Stückgut als auch Container mit einer Gesamtlast von etwa 10.700 metrischen Tonnen transportieren.
Wir haben heute etwa 6.500 t Aluminiumbarren und etwa 150 Container an Bord.
Marmakira liegt damit gut in der See.

Im Ausland kann man deutschsprachige Nachrichten nur noch über das Internet bekommen.
In ausländischen Häfen ist mittlerweile flächendeckend LTE und damit auch schnelles Internet verfügbar. Das kostet zwar Geld, bietet aber auch ungeahnte Vorteile.
Das Internet bietet die Möglichkeit, Nachrichten ganz unterschiedlicher Anbieter aus dem In- und Ausland, die sicher per se auch nur subjektiv sind, mit einander vergleichen zu können.

Drei volle Seetage mit bis zu 300 sm ab vom Festland liegen bis Rotterdam vor uns. Auf dem Radar ist kaum Traffic auszumachen, vereinzelte Fischerboote weit ab. Zahlreiche Seemöwen begleiten uns auf der gesamte Fahrt. Sie schlafen auf dem Schiff.
Mein alter Ruhla Reisewecker klingelt morgen früh wieder pünktlich 05:30 Uhr Schiffszeit.

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Rückmarsch. Eine angenehm ruhige Nordsee nordöstlich von Schottland. Unser nächster Einlaufhafen
ist Rotterdam. 
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Freitag, 30.09.2016
Das Wetter hat sich wieder etwas beruhigt, wir haben noch etwa 12 Knoten Wind. Das Schiff rollt dennoch gegen die aus Nordwest anstehenden Winde. Heute ist Waschtag. Die Kleidung der letzten Woche wird gewaschen und gebügelt. Danach wird die Kammer auf Vordermann gebracht. Ordnung und Sauberkeit haben an Bord einen hohen Stellenwert.
Gegen 14 Uhr Schiffszeit ist unsere Position N 57°20.6607‘ W 0°17.3083‘ unser Kurs ist COG 160° bei einer Geschwindigkeit SOG 13,1 Knoten. (Knoten ist Seemeile pro Stunde, 60 Seemeilen sind der Abstand zwischen zwei Breitengraden)
Wir befinden uns in Höhe von Aberdeen / Schottland.
Das 20 m Band öffnet sich gelegentlich und einigen Verbindungen finden den Weg ins Log. Der Funkwetterbericht ermutigt mich, die Antenne auf 40 m umzustimmen.
Je näher wir dem europäischen Festland kommen umso stabiler werden die Verbindungen.
Der erste Test bringt mir eine Verbindung nach Thüringen mit 59+20.
Unser Cookie hat das Abendbrot fertig.
Der Kapitän gibt Freibier auf Kosten der Reederei aus, das Abendessen zieht sich in die Länge.
Die Tags über gebräuchliche englischsprachige Kommunikation gleitet am Abend sehr schnell ins russische ab, was für mich durchaus angenehm ist.
Unser Chief Mate ist Sammler historischer Ausweisdokumente aus aller Welt. Ein interessantes Hobby. Oleg, unser Bordelektriker, spart eisern auf sein eigenes Haus mit riesigem Garten in Russland.
Domingo, unser Chefkoch ist nicht seefest, er erleidet bei größerem Seegang Höllenqualen und möchte seinen Vertrag mit der Reederei nicht verlängern. Er möchte zu Hause auf den Philippinen ein Restaurant eröffnen. So erzählt jeder seine Geschichte, seine Träume, seine Pläne für die Zukunft. Ein sehr schöner und langer Abend geht zu Ende.
Die schöne heile Welt gibt es nur noch bei ADR und ZDF, die mich irgendwie an das Orchester von RMS “Titanic” / MGY erinnert.

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Die Kombüse. Cookie Domingo in seinem Element. Ein Virtuose der Kochkunst. Click picture to enlarge.


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Die Offiziersmesse, in aller Bescheidenheit, es fehlt an nichts. Cookie Domingo erfüllt gelegentlich
auch ganz persönliche kulinarische Wünsche im Rahmen seiner Möglichkeiten. 
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Die Offiziersmesse. In den Häfen steht uns lokales Digitalfernsehen zur Verfügung. Click picture to enlarge.


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Überprüfung der Konservenlast.


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Die bordeigene Wäscherei. Für jeden an Bord gibt es einen festgelegten Waschtag.
Man kann untereinander aber auch tauschen, nicht die Wäsche sondern den Waschtag. 
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Sonnabend, 01.10.2016
Wir haben eine Information erhalten, daß unser Liegeplatz 2732 im Hafen von Rotterdam noch belegt ist. In den frühen Morgenstunden gehen wir mitten in der Nordsee auf Reede.
Die Hauptmaschine wird heruntergefahren und die Hilfsdiesel gestartet.
Unsere Position ist um 09:14 Schiffszeit N 56°03.6538‘ E 0°55.1393‘. Das Wetter ist sehr gut, wir haben eine Außentemperatur von 13°C, nahezu Windstille und strahlenden Sonnenschein.
Zeit für anstehende Wartungsarbeiten, die Rettungsmittel werden überprüft, die Akkus im Freifallrettungsboot nachgeladen, die Kabelverbindungen auf dem Peildeck geprüft und ggf. erneuert. Auf einem Schiff geht die Arbeit nicht aus. Ein freies Wochenende gibt es auf einem Schiff nicht.
Am Nachmittag zieht etwas Ruhe ein. Das 40 m Band ist offen und das Logbuch füllt sich.

Sonntag, 02.10.2016
Am Sonntagmorgen in Höhe der Südostküste von England habe ich Prasselstörungen von etwa 400 kHz bis 20 MHz mit S9+60
Selbst der „Noise Blanker“ bringt keine nennenswerte Verbesserung. Vom Schiff kommen die Störungen nicht. Nach Rücksprache mit Kapitän und Chief ist zurzeit nichts angeschaltet, was auch sonst nicht in Betrieb ist.
Ich vermute, daß eine britische "Trachtengruppe" ein HF-Überhorizont-Radar in Süd-England betreibt.
Kurzzeitig gehen die Störungen zurück, laufen dann wieder auf volle Feldstärke auf. Funkbetrieb ist nicht möglich.
Heute am Sonntag regnet es in Strömen, die See ist dafür angenehm ruhig.
So Gott will, werden wir heute Abend in Rotterdam festmachen.
Mein Zug geht am Montagnachmittag um 14:20 Uhr. Ich werde noch ein paar QSO’s fahren und dann in Ruhe meine Funktechnik zurückbauen, Koffer packen.

Montag, 03.10.2016
Geoffry holt mich gegen Mittag im Hafen ab und bringt mich zum Bahnhof. Seine Frau erledigt die Abmeldung bei der Zeehavenpolitie/Seaport Police.
Meinen Zug um 14:20 Uhr erreiche ich bequem.
Die DB bietet mir infolge Baustellen eine Heimfahrt mit zahlreichen Umsteigemöglichkeiten in tiefster Nacht auf mehren Unterwegsbahnhöfen an, das muß wohl nicht sein.
Meine Frau und mein Sohn holen mich gegen 22:30 Uhr in Leipzig auf dem Hauptbahnhof ab.
Am Dienstag gegen 02 Uhr morgens kommen wir zu Hause an.
Vielen Dank an alle Beteiligten – es war eine sehr gute Fahrt.
Auch nach dieser Fahrt liegen wieder zahlreiche Briefe mit QSL-Karten in meinem Briefkasten, die ich alle direkt beantworte.
Für die zum Teil beigefügten IRC’s, Briefmarken und Greenstamps möchte ich mich auch dieses Mal bedanken.

QSL-Karten: Viele Jahr habe ich allen QSO-Partnern zeitnah nach der Fahrt eine QLS-Karte über den Club verschickt.
Leider kommen jedes Jahr immer mehr Rückläufer mit dem Vermerk “Kein Mitglied in einem Amateurfunkverband”. Die Karten sind nicht zustellbar. Das ist sehr unschön und schade um die Arbeit.
Ich werde daher bei künftigen Fahrten nur noch bei mir eingegangene QSL-Karten beantworten. Postalisch angefragte QSL-Karten werden selbstvertändlich auch weiterhin sofort bearbeitet.
Ich bitte um Verständnis.

vy 73 de Gunter, DH6ARM/mm.















(1) Funkwetter DL4ZAO
 

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