IARU02
Ireland 2015

Fahrt von Rotterdam nach Dublin, Waterfort und Cork

Vom 03. August 2015 ab bin ich mit M/V Samskip Express / V2BZ8 von Rotterdam aus, nach Irland als Funker unterwegs.
Unsere Anlaufhäfen sind Dublin, Waterfort, Cork und Rotterdam. Eine Rundreise dauert etwa eine Woche und wiederholt sich mit immer gleichen Häfen.

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M/V Samskip Express aus Rotterdam auslaufend. 


Nach einer etwa 11-stündigen Fahrt mit der DB und der NS, der Niederländischen Staatsbahn erreiche ich am Montag, den 03.08.2015 nachmittags gegen 13 Uhr den Hauptbahnhof Rotterdam-Centraal. Für die einzelnen Züge habe ich Platzkarten gekauft, was die Anreise sehr erleichterte. Die Züge sind auch diesmal wieder gut besetzt.
Die Fahrt geht über Leipzig, Hannover, Bad Bentheim, Hangelo, Amelo, Deventer, Apeldoorn, Ammersfort, Gouda, Utrecht bis Rotterdam Centraal.
Vom Bahnhof Rotterdam Centraal bringt mich ein Taxi mit Fahrer aus Afghanistan zunächst zum Immigrations Office, Sint Jobsweg 6. Mit Navigationsgerät funkioniert das prima.
Die Crew-Anmeldung für Samskip Express dauert nur wenige Minuten.

Danach fahren wir in den Prinses Beatrixhaven, wo mein Schiff M/V Samskip Express bereits am frühen Morgen am Liegeplatz 2756 festgemacht hat.
Der Orientierungssinn meines Taxifahrers aus Afghanistan stößt im Hafen an seine Grenzen und ist völlig desorientiert. Das Taxameter läuft dennoch weiter. Ich muß helfend eingreifen.
Gegen etwa 15 Uhr Schiffszeit steige ich auf M/V “Samskip Express” auf und trage mich erst mal in das Bordbuch ein.
Ein Kadett begrüßt mich unerwartet auf deutsch und bringt freundlicherweise mein Gepäck in meine Kammer auf dem C-Deck, Steuerbord. Er kommt aus Halle/Saale.
Unseren Kapitän treffe ich später in der Messe. Kapitän Bock besitzt ebenfalls ein deutsches Seefahrtsbuch, lebt aber seit mehr als 25 Jahren in England.
Kurze Einweisung auf der Brücke, wie üblich und Abarbeiten der Zollformalitäten. Ich beziehe meine Kammer und verstaue mein Gepäck. Es gibt erst mal reichlich Arbeit.
Für private Dinge und Amateurfunk ist am ersten Tag zunächst keine Zeit.
Meine Kammer besteht aus einem kombinierten Wohn- und Schlafraum sowie einer Naßzelle mit Dusche, WC und Waschbecken, insgesamt etwa 17 qm groß, wie immer sehr sauber und gepflegt.
In der Kammer habe ich zwei Fenster mit Sicht nach Steuerbord und ein Fenster auf das Vorschiff. Eines der beiden Bullaugen nach Steuerbord läßt sich öffnen und erlaubt das Herausführen des Antennenkabels.
Auf dieser Fahrt sind wir 16 Seeleute:  Kapitän, 1. und 2. nautischer Offizier, Chief, 2. Ingenieur, Chefkoch, Funker, Kadett, Bootsmann sowie Decks- und Maschinenbesatzung. Der Kapitän kommt aus Deutschland, der Chief mate = 1. nautischer Offizier, der 2. nautische Offizier kommen von den Philippinen, der Chief-Ingenieur kommt Russland, der 2. Ingenieur kommt aus der Ukraine. Chefkoch, Bootsmann und die Decksbesatzung kommen von den Philippinen. Mit unserem Koch Jenniffer hat die Reederei Kahrs einen guten Griff getan.

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Die Bordküche (Galley) auf M/V Samskip Express. Click picture to enlarge.


Am Dienstagvormittag installiere ich meine Amateurfunkantenne, die Outbacker-Perth an der Reeling des Brückendeckes und stimme diese auf 7.195 KHz ab. Mit dieser Einstellung und mit Hilfe des Automatiktuners kann ich das gesamte 40 m Band überstreichen.
Erste QSO’s aus dem Hafen von Rotterdam gehen ins LOG.

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Meine Kammer und Funkerstube. Click picture to enlarge.


Als Antenne für Amateurfunk nutze ich wieder meine „Outbacker Perth“, deren Vorzüge ich schon bei zahlreichen früheren Seefahrten kennen- und liebengelernt habe. Auf dem E-Deck unseres Schiffes in ca. 30 m Höhe über OF-See an einem Federfuß montiert, bewährt sich diese Antenne bei einer Arbeits-Länge von ca. 1,90 m an einem Edelstahlausleger (V4A) wieder ausgezeichnet. Das massive Gegengewicht des Schiffes mit ca. 141 m Länge und 22 m Breite aber auch das Salzwasser der Nordsee mit seiner guten elektrischen Leitfähigkeit, ist bei allen Verbindungen wieder sehr hilfreich.
Das alles sind Multiplikatoren für diesen relativ kurzen Strahler der „Outbacker Perth“.
Wegen der „faulen Sonne“ sind die Rapporte in der ersten Woche nicht überwältigend. In der zweiten und dritten Woche öffnet sich das Band Richtung Skandinavien und Südeuropa.
Wenn die Bänder offen sind liegen die Signalrapporte selten unter 59+10.
Erstaunlich sind wieder die guten Rapporte auf 40 m, 20 m und 17 m. Die oberen Bänder sind zur Zeit jedoch völlig unbrauchbar. In den Hafenliegezeiten experimentiere ich gern auf den verschiedenen Bändern. Auch der Betrieb auf dem 80 m Band und auf 51 MHz im Hafen von Rotterdam bringt angenehme Lokal-QSO’s ins Logbuch.
Die Ausbreitungsbedingungen sind auf allen Bändern flau. Der Sonnenfleckenindex liegt in der ersten Woche bei nur 86, steigerte sich aber in der 3. Woche auf See bis zu 113. Selbst der Europaverkehr ist nicht überwältigend.

Einige QSO’s mit Stationen aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt, also meiner näheren Heimat arbeite ich am Dienstagmittag.
Es hört sogar ein “SWL” mit, wie mir mehrere Funker aus Thüringen und Sachsen berichten. Ich freue mich natürlich auch über diesen einseitigen Kontakt.

Das Schiff wird von Kahrs in Jork, Germany, bereedert. Wir segeln unter der Flagge von Antigua Barbuda mit Heimathafen St. Johns.
Der Rumpf von M/V Samskip Express/V2BZ8, wurde im Jahr 2006 auf der “Damen Shipyard” in Galati/Rumänien gebaut und bei “Damen Shipyard Hoogezand, Netherlands” fertiggestellt.
Der 9-Zylinder Caterpillar-MAK-Diesel bringt eine Leistung von 8.500 kW auf den Propeller und verbraucht in 24 Stunden etwa 21 t schwefelarmes Schweröl “HFO RGM 380”.


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Unser Chief Engineer im Maschinenkontrollraum. Click picture to enlarge.


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Chief Engineer Vitaly aus Russland und 2nd Officer Charles von den Philippinen.  Click picture to enlarge.  


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Füllstandsanzeigen für alle Tanks an Bord.
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Die 9-Zylinder Hauptmaschine.
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Die Abgasanlage der Hauptmaschine.
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Die drei Hilfsdiesel erzeugen den elektrischen Strom bei Nichtlaufen der Hauptmaschine in den Häfen, auf Reede oder bei Ausfall
der Hauptmaschine auf See sowie im Seenotfall. Die Nennspannung an Bord ist 230 V / 400 V bei etwa 53 Hz. Die Leistung liegt
bei etwa 625 KVA je Aggregat. Das ist Technik, die einfach in jeder Lage funktionieren muß und wohl nie kaputt geht. 


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Die Hilfsdiesel sind extrem robust gefertigt. Bei entsprechender Pflege und Wartung sind sie praktisch unkapputbar. Click picture to enlarge.


M/V Samskip Express ist 141 m lang, 22 m breit und hat einen Tiefgang von etwa 7 m. Cross Tonnage = 7.850 tons.
Das Schiff war wohl recht preisgünstig in der Anschaffung.
Mit den Feederschiffen der 168er Baureihe E3 von J.J. Sietas in Hamburg-Neuenfelde gibt es außer der Schwimmfähigkeit nur wenige Gemeinsamkeiten.
Die starken Vibrationen sind manchmal schon sehr unangenehm. Qualität und Bauweise haben einen ganz anderen, weit niedrigen Level als bei der 168er Baureihe die ich gerne als Vergleich ansetze.

Am späten Dienstagabend nutze meine Freizeit für Amateurfunk und bringe auf 40 m weitere 37 QSO’s ins Logbuch. Gegen 21:30 Uhr setzt die Dämmerung ein. Der Tag war lang genug, es ist Zeit, schlafen zu gehen. Mein Wecker klingelt um 05:50 Uhr Schiffszeit.
Gegen 07 Uhr ist gemeinsames Frühstück in der Offiziersmesse.

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Unser Tisch in der Offiziersmesse. Click picture to enlarge.


Das Bordfernsehen in der Offiziersmesse und der Mannschaftsmesse vermittelt uns täglich über die Satelliten Astra 1 und 2 sowie Hotbird Nachrichten in Englisch, Deutsch, Französisch und Russisch. 
Während der Liegezeiten in den Häfen ist die Brücke in der Regel nicht besetzt und ich habe Ruhe für die liegengebliebenen Bürotätigkeiten, sprich den Papierkram.

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Der Fahrstand auf der Brücke. Click picture to enlarge.


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Blick auf die Schalttafeln für Schiffsbeleuchtung, links. Click picture to enlarge.


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Der Radarbildschirm in Bildmitte.
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Die elektronische Seekarte. 
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Empfänger für Wetterberichte und nautische Meldungen.
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Blick auf die Mittelkonsole des Fahrstandes.
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Eine kleine Kaffeeküche auf der Brücke.
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Das Funkbedienpult gemäß GMDSS mit Sendern und Empfängern für UKW und Kurzwelle, analog und digital. Rechts daneben
ein bescheidener PC-Arbeitsplatz mit Internetanbindung. 
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G3 und G4 Internetanbindungen in den Häfen und küstennahen Fahrtrouten sind mittlerweile Standard. Click picture to enlarge.



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Hafenbetrieb in Rotterdam.  Click picture to enlarge.


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Hafenbetrieb in Rotterdam. 
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Hafenbetrieb in Rotterdam. 
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Hafenbetrieb in Rotterdam Ein Schwimmkran wird geschleppt. 
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Hafenbetrieb in Rotterdam. Der Schwimmkran hat einen Mobildrehkran (gelb) am Haken. Für Stückgut dieser Gewichtsklasse sind
die Containerbrücken überfordert. 
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Hafenbetrieb in Rotterdam. M/V Hanse Europe im Liegeplatz vor uns, beim Bunkern von Schweröl und Marinediesel. 


Den gesamten Mittwoch, den 05.08.2015 übernehmen wir in Rotterdam Ladung.
Für die Übernahme einer Ladung überlanger Stahlrohre verholen wir noch zu einem anderen Liegeplatz. Wir laufen mit etwa 13 Stunden Verspätung am Mittwochnachmittag aus.

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Kapitän Franc T. H. Bock auf der Brücke.   Click picture to enlarge.


Kapitän Franc T. H. Bock hat die Qualifikationen erworben, ohne Lotsen die Häfen Rotterdam, Dublin und Waterfort befahren zu dürfen, ist also ein sog. Freifahrer. Das erspart der Reederei erhebliche Lotsenkosten. Die Revierfahrt von „Prinzes Beatrixhaven“ bis zur Nordsee, dem Europort Maasvlakte, dem Fährhafen Hook van Holland, dem Hochwassersperrwerk der Maas und über 20 km Industrielandschaft ist immer wieder beeindruckend.

Infolge unserer Verspätung erfolgt die Revierfahrt bei Tageslicht.
Auf Irlandfahrt haben wir drei Zeiten an Bord:

  a) UTC
  b) Sommerzeit in Irland = UTC + 1
  c) Schiffszeit = MESZ = UTC + 2
       (Lt = Local Time = Ortszeit im jeweiligen Land; MESZ = Mitteleuropäische Sommerzeit = CEST).

Am Mittwochnachmittag laufen wir in die Nordsee aus und erreichen in der Nacht zum Donnerstag den Ärmelkanal.

In den Häfen aber auch in Küstennähe zu England, Frankreich und Irland habe ich bis auf wenige Lücken ein stabiles Internet mit G3- und zum Teil mit G4-Netzen zur Verfügung.
Für die G3- und G4-Netze in den Häfen habe ich eine sehr gute Richtantenne, die ich infolge der guten Netze in Europa wohl künftig nur in afrikanischen Häfen benötige.
Für Niederlande, England, Frankreich und Irland habe ich ein wöchentliches Datenvolumen meiner Firma von je 6 GB zur Verfügung, was sich für alle Dienstbelange mehr als ausreichend erweist.

Nicht verbrauchtes Datenvolumen stelle ich über meinen WiFi-Hotspot kostenfrei in die Decks und in die Messen der Crew.


Die Temperatur liegt morgens bei 16°C, die See ist ruhig bei 12 Knoten Wind aus Nordwest.
Wir fahren in etwa 10 sm Abstand vor der englischen Küste, die mit dem Carl-Zeiss Fernglas

20 x 60 klar zu erkennen ist.
Besonders reizvoll ist die Passage zwischen den Scilly-Inseln und der südwestlichen Landzunge der Britischen Inseln. Die Scilly-Inseln haben ein semi-tropisches Mikroklima, welches durch den Golfstrom erzeugt wird. Zahlreiche Pflanzenarten aus aller Welt wurden hier angesiedelt und gedeihen prächtig.
Wir haben zwei ruhige Seetage vor uns und fahren etwa 19 Knoten fullspeed.
Die geplante Ankunftszeit für Dublin ist Donnerstag, der 06.08.2015 um 16:15 Schiffszeit. Die Zeit auf See gestattet genügend Freiraum, die ich u.a. gern dem Amateurfunk widme. Schöne Verbindungen auf 40 m aus ganz Europa kommen ins Logbuch.
In Dublin stimme ich die Antenne auf 14.320 KHz um und kann mit dem Automatiktuner das gesamte 20 m Band überstreichen.
Nächster Hafen ist Dublin, die Hauptstadt Irlands. Wir erreichen Dublin etwas früher gegen 15:30 Uhr Schiffszeit.

In der Irischen See, wenn der kommende Anlaufhafen noch einen Seetag entfernt ist, gibt es in der Regel ein kleines Bordfest, was nach meiner Erfahrung diesmal recht bescheiden ausfällt.
Der Funker spendiert eine 48er Kiste Bier für alle.
Bei Zeiten bin ich dann wieder in meiner Kammer.
Sicher habe ich wohl schon andere Bordfeste vergleichbar mit M/V Annabella auf Afrikafahrt erlebt. Ich will aber nicht meckern.


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Gemütliche Stunden an Bord. Unser Smutje Jenniffer in Weiß.  Click picture to enlarge.


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Gemütliche Stunden an Bord. Links im Bild Viviane, eine Journalistin aus Frankreich, die uns für eine Woche begleitet.
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Landgang in Dublin, Donnerstag, 06.08.2015
Der Donnerstagnachmittag ist mit 18°C sehr angenehm. Vier Besatzungsmitglieder dürfen auf langen Landgang nach Dublin drei weitere dürfen mit dem Fahrrad kurz zum Einkaufen fahren. Das Stadtzentrum ist etwa 3 km von unserem Liegeplatz entfernt. Wir nehmen uns ein Taxi bis zur Half-Penny-Bridge und erkunden das Zentrum zu Fuß, kaufen dieses und jenes ein und besuchen mehrere Pub‘s. Der Stadtteil Tempel Bar steht natürlich im Mittelpunkt. Hier ist die wohl bekannteste Fußgängerzone mit vielen Pub’s und Restaurants.

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Einfahrt in den Hafen von Dublin. Click picture to enlarge.


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Die beiden Containerbrücken im Hafen von Dublin. Click picture to enlarge.


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Der Hafen von Dublin, bescheiden und übersichtlich.  Click picture to enlarge.


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The Ha’penny-Bridge mit 43 m Spannweite im Zentrum von Dublin. Nach den Bau der Brücke im Jahr 1816 wurde Brückenzoll in
Höhe eines halben Penny erhoben. Heute ist diese Brücke natürlich unentgeltlich frei begehbar. 
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The Temple Bar ist nicht nur der wohl bekannteste Pub in Dublin sondern auch gleichnamiger Stadtteil.


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The Temple Bar, permanent überfüllt, man muß das einfach erlebt haben. Wunderbar und unvergeßlich. Click picture to enlarge.


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Eindrücke aus Dublin. Click picture to enlarge.


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Eindrücke aus Dublin.
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Eindrücke aus Dublin. Der Blumenmarkt.
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Eindrücke aus Dublin.
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Eindrücke aus Dublin.
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Eindrücke aus Dublin.
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Eindrücke aus Dublin.
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Eindrücke aus Dublin.
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Unser Smutje Jenniffer hat uns gebeten, ein paar ortsübliche Köstlichkeiten und zwei Flaschen Original Irischen Whiskey im 1,5 l-Format für ihn einzukaufen, was wir gerne tun.

Gegen 23 Uhr bringt uns ein Taxi zum Main-Gate unseres Containerterminals.
Im Hafengelände darf man sich nur mit Schutzhelm und Warnweste bewegen.
Für die eigene Sicherheit ist diese Regelung absolut richtig. Der Hafenverkehr ist schnell und von dichter Folge. Helm und Weste haben wir am Nachmittag im Gate zurückgelassen und legen diese Teile nach Rückkehr vom Landgang vom Gate bis zum Schiff wieder an. Die markierten Fußwege im Hafen dürfen auf keinen Fall verlassen werden. Der Hafen von Dublin ist jedoch so klein, daß uns die Kollegen der Security unsere Helme und Westen schon entgegenbringen. Wir sind müde, nicht mehr ganz nüchtern und wohl mehr als reif für die Koje.
Der Ladebetrieb ist noch im Gange. Die Kollegen der Decksmannschaft rackern noch.
Am Freitag, den 07.08.2015 laufen wir frühmorgens aus. Unser nächster Hafen ist Waterfort, den wir am Freitag erreichen.


Landgang in Waterfort, Freitag, 07.08.2015
Obwohl mir der Chief Mate sein Dienstfahrrad angeboten hat, ordere ich aus Bequemlichkeit ein Taxi in das doch ca. 5 km entfernte Stadtzentrum. Taxis sind in Irland recht preisgünstig. Ich bin heute allein auf Landgang. Eine gute Möglichkeit auch mal ganz persönlichen Interessen nachzugehen. Am späten Nachmittag dampfen mir die Hufe und kehre zum Main Gate zurück. Meinen Schutzhelm und die obligatorische High-Visibility-Vest, die (Warnweste) habe ich wie üblich am Gate zurückgelassen. Ohne diese Dinge kommt man auch in Waterfort nicht in das Hafengelände. Ein Vertreter des Schiffsausrüsters war inzwischen auf dem Schiff und hat Arbeit gebracht. Am Abend laufen wir zu unserem dritten Hafen, Cork, aus. Das Wetter ist noch immer angenehm bei Temperaturen um 22°C und etwa 3 Beaufort Wind.

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Einfahrt in den Hafen von Waterfort. Click picture to enlarge.


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Einfahrt in den Hafen von Waterfort. Wunderschöne Irische Landschaften. Click picture to enlarge.


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Einfahrt in den Hafen von Waterfort. Click picture to enlarge.


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Einfahrt in den Hafen von Waterfort. Click picture to enlarge.


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Einfahrt in den Hafen von Waterfort. Click picture to enlarge.


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Einfahrt in den Hafen von Waterfort. Click picture to enlarge.


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Infolge der Tide (Gezeiten) muß das Schiff vor dem Anlegen in Auslaufpositon gebracht werden. Wendemanöver im Hafen.
Die Anspannungen für Kapitän und 1st. Off. sind hoch.
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Eindrücke aus Waterfort. Click picture to enlarge.



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Eindrücke aus Waterfort.
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Eindrücke aus Waterfort.
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Eindrücke aus Waterfort.
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M/V Samskip Express im Hafen von Waterfort.  Click picture to enlarge.




Landgang in Cork, Sonnabend, 22.08.2015
Cork ist ein sehr stadtnaher Hafen. Ich entschließe mich früh morgens zu Fuß in die Stadt zu laufen. Die wunderschöne Natur entschädigt für den langen Fußmarsch, der fast eine Stunde dauert.

Kurz vor dem Stadtzentrum überholt mich lautstark lärmend unser 2. Nautischer Offizier, Charles, mit dem Fahrrad. Viele Crew-Mitglieder haben ihr Fahrrad mit auf dem Schiff, man ist unabhängig und es erspart die Taxikosten.

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Dienstfahrräder auf M/V Samskip Express


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Eindrücke aus Cork. Click picture to enlarge.


Ich empfinde Cork als die schönste der drei in Irland angelaufenen Häfen. Die Altstadt von Cork ist beschaulich, weit bescheidener als die Hauptstadt Dublin, aber viel schöner.
Bei einem Kurzbesuch kann man sich immer nur auf das Stadtzentrum beschränken, die gesamte Bebauungsfläche der Stadt kann man gut an den benachbarten Bergen sehen.

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Eindrücke aus Cork. Click picture to enlarge.


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Eindrücke aus Cork. Vor den Häusern verläuft eine Eisenbahnlinie. Der Zugang ist zu den Häusern ist nur über die Brücke möglich.


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Eindrücke aus Cork.
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Eindrücke aus Cork. Der Schnellzug im Format eines ICE nach Dublin.
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Eindrücke aus Cork.
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Eindrücke aus Cork.
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Eindrücke aus Cork.
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Eindrücke aus Cork.
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Eindrücke aus Cork.
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Eindrücke aus Cork.
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Eindrücke aus Cork. Ein irisches Original.
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Eindrücke aus Cork. Auftritt einer Opernsängers auf der Straße.
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Gegen 21 Uhr laufen wir aus und können die wunderschönen Orte beidseitig des River Lee an uns bei Mondschein passieren lassen. In der Nacht erreichen wir die Irische See. Das Schiff beginnt etwas zu rollen und wiegt mich in einem angenehmen Schlaf.
Es ist Sonntag, der 23.08.2015.
Die Wachen in Nautik und Maschine wechseln sich ab, die Decksmannschaft hat frei. Unser Koch hat immer Dienst, denn die Besatzung möchte täglich in allen 4 Schichten zu 6 Stunden verpflegt werden.
Dennoch ist heute ein ruhiger Tag auf dem Schiff. Am Abend sind wir bereits im Englischen Kanal.
Die Dämmerung hat eingesetzt, es sind wunderschöne Stunden bis zum Sonnenuntergang. Der Mond ist aufgegangen. Der Englische Kanal ist hier so breit, daß auch klarem Wetter die französische Küste noch nicht sichtbar ist, unendliche Weiten, nur Wasser, soweit das Auge reicht.
Einzelne Schiffe begleiten uns in respektvollen Abstand. Wunderschön, wenn sich der Mond auf der Wasseroberfläche spiegelt, mal die Seele baumeln lassen, bevor am frühen Morgen die Wirklichkeit wieder zuschlägt. So vergehen drei Wochen auf See wie im Fluge, bei denen sich die Häfen in bekannter Reihenfolge wiederholten. In der zweiten Woche auf See haben wir eine Journalistin aus Frankreich zu Gast, die sich bei uns auf dem Schiff mal etwas umgeschaut hat. Der Reeder, Mr. Kahrs, hat sich in Rotterdam zu Besuch auf dem Schiff angekündigt. Eine emsige Welle des Saubermachens durchläuft das Schiff, was bis in die Funkerstube zu spüren ist.
Am Montag, den 24.08.2015 mustere ich ab, die Hafenpolizei ist bereits gegen 08 Uhr auf dem Schiff und stellt mir die Abmusterungskarte aus. Das erspart mir den Weg ins Immigration Office.
Gegen 12 Uhr holt mich Geoffry Filius, ein Taxiunternehmer speziell für Schiffsbesatzungen mit allen erforderlichen Genehmigungen für den Hafen von Rotterdam, vom Schiff ab und bringt mich zum Hotel “Holiday Inn Express”.
Der Service kostet 50,00 € und ist damit recht preiswert.
Mein Zug nach Hause geht nach monatelanger Online-Vorbuchung am Dienstag um 08:20 ab Rotterdam-Centraal.
Der Zug fährt pünktlich ab, hält aber ungewöhnlich oft auf freier Strecke. Die Ansage im Zug in niederländischer Sprache ist für mich gut verständlich und verheißt aber nichts Gutes.
Mit < nach Hause > gibt es wohl erst mal Probleme. Ich sehe das ganz locker.
Mit einem Sprinter der NS (Niederländische Staatsbahnen) sollen alle Reisenden von Ammersfort zunächst bis Hangelo fahren und dort auf den IC nach Hannover warten.
Die Wartezeit weitet sich auf mehr als drei Stunden auf, die N.S. gibt freundlicherweise Gutscheine für Getränke und einen Imbiß aus und informiert uns Reisende sehr gut.
So etwas passiert eben mal. 
Ich bin völlig entspannt, es geht nach Hause und viele Wege führen bekanntlich dort hin. 
Die NS (Niederländische Staatsbahnen) haben leider technische Probleme mit der Signaltechnik im Raum Amsterdam, was eine Verspätung meines IC von über drei Stunden zur Folge hat.
Alle Anschlußzüge sind weg, improvisieren ist angesagt. Da bin ich ja in meinem Element.
Die Mitarbeiter der Bahnen in den Niederlanden und Deutschland haben die Reisenden jedoch hervorragend über alle möglichen Anschlußzüge informiert und die Weiterfahrt der Reisenden bestens organisiert. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken.
Ich habe in Magdeburg eine zusätzliche Umsteigemöglichkeit von nur 6 Minuten. Es ist knapp aber ausreichend. In der Summe hat einfach alles perfekt funktioniert. Danke.
Danke an die Mitarbeiter der NS und DBAG, die in dieser außergewöhlichen Situation wirklich Hervorragendes geleistet haben. Ich telefoniere mit meiner Familie.

Gegen 22 Uhr bin ich zu Hause.
Meine Familie empfängt mich mit großer Freude zu später Stunde.


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