IARU02
Finnland 2014

Fin14 MV ROBERT
Das Containerschiff MV “Robert” / 5BJU3    Click picture to enlarge.


Fahrt von Hamburg nach Finnland
Vom 16. Juli 2014 bin ich mit dem Containerschiff M/V Robert / 5BJU3 von Hamburg aus, nach Finnland als Funker unterwegs.
Unsere Anlaufhäfen werden Oulu, Raahe, Tornio und Kemi sein.
M/V “Robert” hat am Mittwoch, den 16.07.2014 gegen 09:30 Uhr LT im CTB festgemacht.
(CTB = Hamburg, Container-Terminal Burchardkai)
Ein Taxi bringt mich vom Bahnhof Hamburg-Altona zum CTB, und ein Shuttebus, kostenlos, wie immer, zur Gangway meines Schiffes.
Ein Mitglied der Decksbesatzung von M/V „Robert“ trägt freundlicherweise meinen schweren Koffer mit der gesamte Funktechnik in meine Kammer auf das E-Deck, Backbord. Die Eintragung im Bordbuch auf dem Poopdeck ist wie immer die erste Amtshandlung an Bord.
An Bord wurde ich bereits vom Kapitän erwartet. Kapitän Sergiy Korolyov kommt aus der Ost-Ukraine.
M/V “Robert/5BJU3” fährt unter der Flagge von Zypern mit Heimathafen Limassol.
Auf dieser Fahrt sind wir zu 12:  Kapitän, 1. und 2. nautischer Offizier, Chief, 2. Ingenieur, Chefkoch, Funker, Bootsmann sowie Decks- und Maschinenbesatzung.
Der Kapitän, der Chief mate = 1. nautischer Offizier und der 2. kommen aus der Ukraine, der Chief aus Russland und der 2. Ingenieur aus der Ukraine. Chefkoch, Bootsmann und die Decksbesatzung kommen von den Philippinen. Bordsprache war überwiegend Englisch, obwohl viele Offiziere aus dem russischen Sprachraum kommen. 
Auch diesmal wieder eine ganz prima Crew, hilfsbereit, sehr freundlich und zuvorkommend. Das Schiff wird von der H. G. Vöge GmbH & Co. KG in Stade bereedert.
Wir hatten in Richtung Finnland etwa 480 TEU’s geladen, auf der Rückfahrt deutlich mehr.
MV “Robert/5BJU3“, wurde im Jahr 2006 auf der Schiffswerft J.J. Sietas im Hamburg-Neuenfelde gebaut. Ein Feederschiff der 168er Baureihe E3, feinster Qualität.
Schiffe von J.J. Sietas in dieser hervorragenden Qualität wird es wohl nie wieder geben. Leider.

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Die Köhlbrandbrücke im Hafen von Hamburg.

Die Kammer auf einem neuen Schiff ist zunächst immer eine Überraschung. Der Kapitän und ich teilen sich das E-Deck mit je einer Suite. Meine Suite liegt Backbord. [ Backbord = in Fahrtrichtung links ]
Auf diesem Schiff habe ich Wohn- und Schlafraum sowie Naßzelle mit Dusche, WC und Waschbecken, insgesamt etwa 19 qm groß, alles sehr sauber und gepflegt. Ich habe mit zwei festverglasten Fenstern vom Wohnraum aus Sicht auf das Vorschiff, vom Wohnraum und vom Schlafraum aus habe ich zwei Bullaugen mit Sicht nach Backbord. Die beiden Bullaugen nach Backbord lassen sich öffnen. Optimale Bedingungen für mich.

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Der Wohnraum meiner Kammer, reichlich Platz für die Amateurfunktechnik, die ich gerade aufbaue. Das Antennenkabel muß.
über das Bullauge noch nach außen geführt werden.


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Privater WiFi-Hotspot in meiner Kammer

Dieses unscheinbare High-Tec-Gerät ist ein WiFi-Hotspot mit Modem für weltweit alle Mobilfunknetze.
In allen Häfen kann ich über anliegende Mobilfunknetze ein privates WLAN / WiFi in meiner Kammer
aufbauen, bin damit mit über 8 MBit/s weltweit am Internet angebunden und kann in DL täglich bis zu 500 MByte downloaden. Das ist für mich völlig ausreichend.
Dieser Service kostet mich weltweit bei T-Mobile der Deutschen Telekom für 24 Stunden = 2,95 Euro als Festpreis, eine gute Sache.
Da ich die tägliche Datenmenge im Download nur selten ausnutze, stelle ich den WiFi Hotspot ggl. abend zur freien Verfügung in die Mannschaftsmesse.


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Das Bullauge meiner Schlafkammer mit Ausblick hier auf die Elbe in Hamburg.



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Das Telefon für die bordinterne Kommunikation.



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Die Koje mit dahinterliegender Badzelle, alles sehr funktionell, wie für mich gemacht.



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Die Badzelle meiner Kammer, rechts hintern dem Vorhang befindet sich die Dusche.



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Meine Antenne für Amateurfunk, die Outbacker Perth.


Meine Antenne für Amateurfunk habe ich an der Reeling des E-Deckes achtern angeschraubt. Ich habe mit vielen Antennestandorten auf den unterschiedlichsten Schiffen experimentiert. Ob ich diese Antenne auf dem C-Deck oder auf dem Peildeck über der Brücke anbringe, macht selten einen Unterschied, weder empfangs- noch sendeseitig.
Das enorme Gegengewicht des Schiffesmit 134 m Länge und der Multiplikator des Salzwassers beschert mir immer wieder sehr gute Rapporte.

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Die klassische Verschraubung meiner Amateurfunkantenne. Da darf sich auch bei schlechtem Wetter nichts bewegen. Den Farbanstrich
mußte ich jedoch unter den Bügeln partiell entfernen. 


Am Nachmittag des 16.07.2014 verholten wir nochmals zum CTA, also nach Altenwerder und liefen am Abend mit Zielhafen Bremerhaven aus. (CTA = Hamburg, Container-Terminal Altenwerder)

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Der Europort von Bremerhaven.



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Einen solchen Giganten sieht man nicht täglich. M/V “Marstal Maersk” kann bis zu 16.000 TEU’s an Bord nehmen.



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M/V “Marstal Maersk” verfügt über zwei Hauptmaschinen mit getrennten Schornsteinen.



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Auch die Aufbauten der “Marstal Maersk” sind gewaltig.



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Der Wohnraum meiner Kammer, sehr gemütlich, es gibt Sat-TV, Schreibtisch, Bord-Telefon, eigenes WLAN (WiFi) in den Häfen.
Auf offener See sind nur noch Funkverbindungen über Kurzwelle oder Inmarsat möglich.


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Der Wohnraum meiner Kammer, links im Bild der Kühlschrank. Das Antennenkabel für meine private Amateurfunkstelle kann ich
über das Bullauge nach außen führen.


Die Liegezeit in Hamburg von mehr als 12 Stunden gab mir wieder Zeit, in aller Ruhe Antennenstandorte auf unterschiedlichen Decks auszutesten, die Antenne “seefest” zu machen und erste QSO’s zu fahren.
Bei schwerem Seegang ist es kaum noch möglich, größere Veränderungen an der Antenne vorzunehmen. Das 22 m lange Antennenkabel führe ich durch das Bullauge meiner Arbeitskammer und installiere die Outbacker Perth mit dem 1,5 m langen Ausleger an der Reeling des E-Deckes in ca. 30 m über See. Etwas Schaumstoff für die Abdichtung des Bullauges mit Kabeldurchführung habe ich mitgebracht. Es soll ja in der Kammer nicht ziehen und die Klimaanlage darf auch nicht leiden.
Auch die Ostsee hat so ihre zugigen Ecken. Da muß das Bullauge halbwegs dicht sein.
Die Antenne habe ich auf 20 m abgestimmt. Nach Bremerhaven geht es zunächst durch den NOK bis Kiel- Holtenau. Bis Gotland habe ich leider nur wenig Freizeit für Amateurfunk.
Das soll sich nach Åland, im Gulf of Botthnia, ändern.

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Die Brücke. Hier in Bremerhaven ist die Brücke in der Regel nicht besetzt. 



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Die Funkstelle des Schiffes gemäß GMDSS-System auf der Brücke. Für mich nichts wirklich Neues. Die PA ist auch hier in
einem gesonderten Raum untergebracht. Die Batterien befinden sich auf dem höchsten Deck des Schiffes, dem Peildeck.
Die Arbeitsspannung der Funkstelle beträgt 27,0 Volt. Der Ladestatus der Akkus wird im Logbuch täglich protokolliert.


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Der Kartentisch, das Logbuch, die GPS-Empfänger, die elektronische Seekarte auf dem Monitor.



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Der Kartentisch, das Logbuch, die GPS-Empfänger, meine Brille, die leider immer mehr an Bedeutung gewinnt. Links im Bild
die Kaffeeküche der Brücke.


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Die Brücke. Im Vordergrund das Schaltpult für die Schiffsbeleuchtung. Auf Sietas-Schiffe gibt es moderne Sicherungsautomaten
Schmelzsicherungseinsätze muß auf diesem Schiff niemand mehr wechseln.



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Das Pult auf der Brückennock, steuerbordseitig. Links der Maschinentelegraph für die Hauptmaschine, in der Mitte die Steuerhebel für
Bug- und Heckstrahlruder, rechts der Jojstick für die Ruderanlage des Schiffes mit darüberliegender Anzeige der Ruderstellung.


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Die Hauptkonsole des Führerstandes für das Schiff.



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Der Krängungsmesser.

Der Krängungsmesser = Klinometer gibt Auskunft über die Gradzahlen um die sich das Schiff während der letzten Fahrt quer geneigt hat.
40° Krängung sind bei schwerer See nichts Ungewöhnliches. Das müssen Schiff und Besatzung abkönnen.
Auf dieser Fahrt haben wir mit < 23° nur geringen, kaum merklichen Seegang.


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Bei konstanten 490 Umdrehungen fahren wir brennstoffsparend mit lediglich 60% Pitch. Pitch ist die Verstellung der Propellerschaufeln
für den gewünschten Speed. 


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Die Antenne für das Inmarsat-Netz, das maritime Satellitentelefon.



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Eine unserer vier GPS-Antennen an Bord.



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Die Antenne für das X-Band-Radar.


Zur Navigationsunterstützung stehen uns 2 Radargeräte für X-Band und S-Band zur Verfügung.
Die Radardaten werden online auf die elektronische Seekarte übertragen. Das X-Band-Radar mit einer Wellenlänge von 3 cm (9,4 GHz) wird überwiegend in Küstennähe eingesetzt und liefert eine sehr gute Detailauflösung.
Der Nachteil ist der teilweise Ausfall bei Starkregen, welcher den Monitor großflächig gelb einfärbt. 
Das S-Band-Radar (Standard auf See) mit einer Wellenlänge von 10 cm (3 GHz) hat eine Reichweite von ca. 12 sm und liefert auch bei Starkregen noch gute Bilder. ( 1 sm = 1,852 km ) 
Jedes Schiff im Erfassungsbereich des Radars erscheint mittels Transponder identifiziert in Echtzeit auf der elektronischen Seekarte.

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Wir segeln unter der Flagge von Zypern mit Heimathafen Limassol.



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Peildeck: Die “Blackbox” für den schlimmsten Fall aller Szenarien, dem Schiffsuntergang. Sie zeichnet u.a. auch alle Gespräche auf
der Brücke, aber auch alle technischen Daten, auf. Der Datensatz wird nach jeder Fahrt überschrieben.


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Die Batterien für den Notfunkbetrieb befinden sich ebenfalls hoch oben auf dem Peildeck.



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Links im Bild der Lotse für den Hafen von Raahe, in Bildmitte der Kapitän, rechts im Bild Vadym, unser 2. Offizier, ein sehr guter
Seemann, der mit 52 Jahren nahezu alle Weltmeere befahren hat.


Die Maschine, das Herz des Schiffes.
Der 9-Zylinder 4-Takt-Diesel bringt eine Leistung von etwa 8.400 kW auf den Propeller und verbraucht in 24 Std. bis zu 21 t Schweröl.
Die Brennstoffpreise haben sich in den letzten 10 Jahren mehr als verdreifacht. Wir fahren daher mit verminderter Geschwindigkeit, um die Brennstoffkosten zu minimieren.
MV „Robert“ ist 134 m lang, 22 m breit und hat einen Tiefgang von etwa 7 m. Die Geschwindigkeit liegt bei maximal 19 Knoten = ca. 35 km/h.
BOW-Thruster = Bugstahlruder 720 KW, STERN-Thruster = Heckstrahlruder 450 kW.
Baujahr 2006, ein mittleres Containerschiff Typ 168 E3, hat 11.273 Ladetonnen, Cross Tonns 9981 GT.


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Die 9 Zylinder Hauptmaschine mit Abgasschornstein.



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Die Hauptmaschine.



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Das Maschinenkontrollzentrum.



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Die Werkstatt. Bei technischen Problemen auf See kann man nicht den ADAC rufen. Jede Reparatur muß mit eigenen Mitteln und
eigenem Können erfolgreich gelöst werden.



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Einer der beiden Hilfsgeneratoren für den Hafenbetrieb bei abgeschalteter Hauptmaschine.



Schiffsbetrieb

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Das Cargo-Office - also das Büro für die Schiffsladung. Hier agiert der 1. Offizier, der u.a. für die Ladung verantwortlich zeichnet.



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Der Waschsalon. Um Waschmittel muß man sich nicht kümmern, es wird automatisch dosiert in flüssiger Form zugeführt. Um Ordnung
und Sauberkeit im Waschsalon kümmert sich jeder Seemann selbst. Das funktioniert sehr gut.


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Vorräte für die Kombüse. Auf Ostseefahrten ist nur eine bescheidene Bevorratung vorgeschrieben.



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Bei den kurzen Ostseereisen bekommen wir in vielen Häfen frische Ware.



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Nachschub für die Getränkelast.



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Unser Bootsmann (Bosun), zu Hause auf den Philippinen.



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Freie Containerstellplätze auf dem Hauptdeck werden kurzerhand zum Handballfeld umfunktioniert. Geht der Ball über das Netz, ist
er unwiederbringlich verloren.


Im Bottnischen Meerbusen, also im Gulf of Bothnia, gibt es für mich ein Überangebot an Freizeit, welche ich meinem Hobby, dem Amateurfunk widme. Es füllen sich schnell die Logbuchseiten.
Das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite, die Temperaturen erreichen auf See bis zu 28°C und die Windgeschwindigkeiten liegen selten über 10 Knoten. Unser erster Einlaufhafen ist Oulu mit zwei Tagen Liegezeit, was für mich einen ausgedehnten Landgang ermöglicht.
Das Preisniveau in Finnland ist deutlich höher als in Deutschland, das Land empfinde ich als sehr angenehm, ruhig und nicht überzogen. Sehr gute Fremdsprachenkenntnisse erlebe ich flächendeckend. Finnen sind sehr freundlich und hilfsbereit. Ein für mich sehr angenehmes Land.

Auch auf dieser Fahrt war es wieder eine willkommene Abwechslung, von Bord des Frachtschiffes auf See nach Land Amateurfunk durchführen zu können.
Bis Oulu haben die QSO‘s bereits 8 Papier-Logbuchseiten gefüllt.
Als Antenne für Amateurfunk habe ich wieder meine „Outbacker Perth“ benutzt, deren Vorzüge ich schon bei zahlreichen früheren Seereisen kennengelernt hatte. Auf dem Brückendeck unseres Schiffes in ca. 30 m Höhe über See an einem Federfuß montiert, bewährt sich diese Antenne wieder ausgezeichnet. Das Gegengewicht von 134 m Stahl und das Salzwasser der See sind sicher maßgebende Multiplikatoren für die Outbacker Perth.

Für diese Reise habe ich auch zusätzlich eine Verlängerung aus Edelstahl V4A benutzt, die die Antenne etwa 1,5 m weiter weg von den Schiffsaufbauten bringt.
Das Suffix „/mm“ hinter dem Amateurfunkrufzeichen hatte auch bei dieser Fahrt wieder eine besondere Wirkung.




Eindrücke auf See

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Den Hafen von Raahe in Finnland anlaufend.



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Die Landschaft bietet wunderschöne Eindrücke.



Eindrücke vom Landgang Oulu / Finnland

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Der Markt von Oulu, ein beliebter und zentraler Ort der Stadt.



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Die Markthalle mit einem großen Angebot an frischen Lebensmitteln, auf finnisch Kaupahalli.



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Eine Sehenswürdigkeit, die wohl auf keiner Postkarte der Stadt fehlt, der Marktpolizist.



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Eindrücke aus der Stadt Oulu.



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Eindrücke aus der Stadt Oulu.



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Der Bahnhof von Oulu, ein sehr gepflegtes historisches Gebäude, von innen hochmodern und fahrgastfreundlich.



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Eindrücke aus der Stadt Oulu.



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Eindrücke aus der Stadt Oulu.



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Eindrücke aus der Stadt Oulu.



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Eindrücke aus der Stadt Oulu.



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Bauen ist Leben und hier gibt es viele Baustellen auf hohem Standard.



Der Hafen von Oulu muß exakt in der markierten Fahrrinne angelaufen werden. Die Ostsee hat hier zahlreiche Untiefen. Unser Schiff hat im “ORITKARIN-Port” festgemacht.

Die Position im Hafen ist 64°59.8293 N und 25°24.9496 E.
Der Hafen im hohen Norden ist ruhig und bescheiden. Neben zwei Liegeplätzen für Bulk-Carriers gibt es ein RoRo-Terminal. (RoRo = Roll on Roll off). Dabei handelt es sich meist um eine Kombination aus Fahrzeugen, wie Pkw oder Lkw oder auch Eisenbahnzügen, die selbst an Bord der Schiffe fahren können.


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Der Hafen von Oulu.



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Der Hafen von Oulu.



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Der Hafen von Oulu mit der Auffahrt zu RoRo Schiffen.



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M/V Transpaper, ein schwedisches RoRo Schiff, spezialisiert auf Papiertransporte.



Der Hafen von Raahe / Finnland
Am Mittwoch, den 23.07.2014 erreichen wir den Hafen von Raahe. Das Schiff liegt mit Steuerbordseite an der Pier. Meine Kammer liegt backbord unterhalb des Brückendecks.
Die Überfahrt ist sehr angenehm bei 25°C und 3-4 Knoten Wind. Auf ausgedehten Landgang verzichten wir infolge der kurzen Liegezeit.
Ich besuche Merimieskirkko, die Seamen’s Mission im Hafen. Hier gibt es u.a. WiFi, kann man seine Post abholen, Rechnungen bezahlen und erfährt diese und jene praktische Dinge.
Die meisten Schiffe in diesem Hafen sind Bulk-Carriers mit Stahlschrottladung.
(Bulk Carrier = Schüttgutfrachtschiff)
Raahe ist auch ein Umschlaghafen für Windkraftanlagen. Die in Norddeutschland gefertigten Segmente werden hier für den Weitertransport in das finnische Binnenland angelandet.
Für uns gibt es nur wenig Ladung, dafür aber reichlich Chemie-Gefahrgut-Container der Kategorie D. 
Die weißen Nächte lassen die Sonne in den Sommermonaten hier erst gegen 23:00 Uhr untergehen. Finster wird es dennoch nicht wirklich.
Auch 01:00 Uhr nachts kann man ohne Mühe in freier Natur noch Zeitung lesen.
Der Pilot (Pilot = Lotse) für das Auslaufmanöver aus Raahe ist für Mittwoch 18:00 Schiffszeit gemeldet. Wir erreichen Tornio, den nördlichsten Hafen im bottnischen Meerbusen, am Donnerstag, den 24.07.2014.
Am Auslauf des Flusses, der in Finnland Tornionjoki und in Schweden Torneälv heißt, haben sich auf finnischer Seite die Stadt Tornio und auf schwedischer Seite die Stadt Haparanda angesiedelt.
Mehrere Brücken und viele Fähren verbinden beide Städte. In beiden Städten ist die wunderbare nordische Ruhe und Bescheidenheit zu spüren.

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Die Schiffsaufbauten von M/V “Robert”. Das V steht für die Reederei Vöge.



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Der Hafen von Raahe. Das Innenleben einer fabrikneuen Windkrafttubine kann man nicht so oft handnah besichtigen. .



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Das Innenleben einer fabrikneuen Windkrafttubine.



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Der Hafen von Raahe. Elemente von Windkraftturbinen, Made in Norddeutschland.



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Korrosionsschutz während der Hafenliegezeiten in Raahe ist keine angenehme, aber eine sehr wichtige Arbeit.



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Die Seemannsmission Merimieskirkko im Hafen von Raahe. Seemannsmissionen sind in den Häfen immer ein sehr beliebter
Anlaufpunkt für Seeleute.
Hier kann man Gedanken austauschen, kann über WLAN das Internet kostenfrei nutzen, seine Rechnungen elektronisch bezahlen,
E-Mails abrufen und versenden, Zeitschiften lesen und vieles mehr.



Der Hafen von Tornio / Finnland
Ab Freitag, den 24.07.2014, noch vor dem Frühstück, beginnen die Lösch- und Ladearbeiten. Unsere Decksleute erneuern noch immer den Schiffsanstrich an der Schiffsaußenhaut, ein undankbarer, aber wichtiger Job.
Auch Torino ist von Schwerindustrie, besonders von Stahlwerken geprägt.
Zwei gewaltige Gottwaldkräne teilen sich täglich die Löscharbeiten der vier Bulk-Carriers mit Stahlschrott.
(Bulk Carrier = Schüttgutfrachtschiff)
Für Landgang ist dieses mal keine Zeit. Spät an Abend versuche ich noch etwas Funkbetrieb auf 20 m.
Erst nach 22:00 UTC öffnet sich das Band und 39 QSO’s kommen noch ins Logbuch.
Draußen ist es noch immer taghell. Wir sind am späten Abend in Richtung Kemi, unserem letzten Hafen in Finnland ausgelaufen. Die Nacht bleibt fast Tag, niemand verspürt den Gang zur Koje. Während der kurzen Überfahrt von Tornio nach Kemi bleiben wir alle wach. Die Decksleute müssen ohnehin zum Festmachen in Kemi wieder aktiv sein. Die Nacht ist hier so hell und angenehm, daß niemand schlafen gehen möchte.
Der Bio-Rhythmus gerät bei mir dabei völlig durcheinander.

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Die Hafenanlagen von Tornio.



Der Hafen von Kemi / Finnland
Am Freitag, den 25.07.2014, gegen 04:00 Uhr Schiffszeit beginnen die Lösch- und Ladearbeiten. In Kemi sind unsere Decksleute wieder am Erneuern des Anstrichs der Schiffsaußenhaut.
Auch in Kemi befindet sich ein beachtliches Stahl- und Walzwerk.
Täglich bringen 2 oder 3 Bulk-Carriers hochwertigen Stahlschrott aus Europa nach Kemi. Jede den Hafen verlassende Charge wird penibel auf mögliche radioaktive Verstrahlung geprüft. Der Stahlschrott könnte ja auch aus einem zurückgebauten Kernkraftwerk o.ä. stammen.
Pilot-Time für Kemi ist Freitag, 25.07.2014 um 15:15 Uhr Schiffszeit. Wir laufen pünktlich aus.

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Der Hafen von Kemi in Nordfinnland, Elemente von Windkraftturbinen, Made in Norddeutschland.



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Flügel von Windkraftturbinen im Hafen von Kemi.



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Mit dem Export von Papier konnte sich Finnland in den Wirtschaftskrisen der letzten Jahre gut behaupten.



Von Kemi nach Kiel-Holtenau und Hamburg
Am 25.07.2014 gegen 1600 verlassen wir den Hafen von Kemi. Vor uns liegen etwa drei Seetage.
Die Deckscrew nutzt die Zeit zum großen Saubermachen mit dem Kärcher.
Unser Bootsmann / Bosun putzt die Bullaugen persönlich von außen.
Die Brücke, die Kammern und die Messen erhalten eine penible Feinreinigung.
Unser ukrainischer Kapitän meint, wenn wir in Deutschland festmachen, muß das Schiff peinlich sauber sein. Ich teile seine Auffassung.
Deutsche Ordnung - Deutsche Sauberkeit - Deutsche Gründlichkeit. Dagegen ist nichts einzuwenden. 
In den Häfen mit Stahlschrottverladung ist ja doch vieles eingestaubt.
Am Morgen waren die Bedingungen auf dem 20 m Band offen und es kamen mehr als 80 Verbindungen in mein Papierlog.
An Samstagabend gegen 18:00 Uhr Schiffszeit kommt der 2. Offizier mit der Zoll-Liste zur Unterschrift in meine Kammer.
Die Fragen lauten wie gewöhnlich nach Spirituosen, Bier, Wein, Zigaretten, Zigarren, Tabak.
Ich bedauere und trage wie immer in jede Spalte ein “NIL” ein.
Wir laufen auf Kiel-Holtenau zu und müssen vor der Schleuse des Kiel-Channel zunächst vor Anker
gehen.

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Einlaufen in die Schleuse von Kiel-Holtenau.



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Die Schleuse von Kiel-Holtenau. Der Riegel verschließt das Schleusenbecken, die Schleusung dauert kaum eine Stunde.



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Einfahrt in die Elbe vor Hamburg.



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Einfahrt in den Hafen von Hamburg, links im Bild der 1. Offizier, in Bildmitte unser Kapitän, im Vordergrund der Hafenlotse.



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Nach Rückkehr in Hamburg bunkern wir 280 t schwefelarmes Schweröl “HFO RMG 380” von einem niederländischen Anbieter
am Burchardkai. Absolute Profis, angenehme Leute. In Bildmitte mit gelbem Helm unser 2. Ingenieur bei der Überwachung der
Brennstoffbunkerung.


Ich fahre noch ein paar QSO’s und baue danach in Ruhe meine Funktechnik zurück, Koffer packen.
In Hamburg CTA machen wir am Dienstag, den 29.07.2014 gegen 08:00 Schiffszeit fest.
(CTA = Hamburg, Container-Terminal Altenwerder)
Einen Tag verbleibe ich noch über Nacht an Bord und gehe am 30.07.2014, gegen 12 Uhr von Bord.
M/V Robert hat mittlerweile zum CTB verholt.
Ein Shuttle bringt mich zum Gatehouse CTB und ein vom 2. Offizier bestelltes Taxi erwartet mich bereits für die Weiterfahrt zum Bahnhof Hamburg-Altona.
Ausreichend Zeit, den ICE 1719 um 14:51 nach Leipzig zu erreichen.
Eine wieder sehr angenehme und erlebnisreiche Fahrt geht zu Ende. Gegen 20:11 Uhr erreiche ich meine Heimatbahnstation Lehndorf, wo mich meine Familie bereits erwartet.
Auch nach dieser Fahrt liegen wieder zahlreiche Briefe mit QSL-Karten in meinem Briefkasten, die ich alle direkt beantworte. Für die zum Teil beigefügten IRC’s, Briefmarken und Greenstamps möchte ich mich auch dieses Mal bedanken.

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