IARU02
Fieldday 2014

Am IARU-SSB-Fieldday 2014 habe ich in diesem Jahr wieder in der Klasse “portable, single operator, QRP, assisted” teilgenommen. Der von mir gewählte Standort gereichte einem Feldtag alle Ehre.
Rund um die Antenne gab es kilometerweit nur Ackerland, die Weizenflächen waren abgeerntet und gegrubbert.
Landschaftlich hatte ich sicher schon reizvollere Standorte, es war aber ruhig und der Rundblick von Leipzig im Norden bis zum Erzgebirge im Süden war auch nicht zu verachten. Die optische Sicht hätte noch besser sein können, man hat es eben nie an allen 4 Zipfeln.
Die Teilnahmeklasse QRP erfordert wohl eine Menge Geduld, es ist immer wieder ein ganz besonderes Erfolgserlebnis, mit < 5 Watt Leistung zahlreiche Stationen von Griechenland bis Norwegen gearbeitet zu haben. Die echten Rapport nach Rückfrage waren erstaunlicherweise gar nicht so schlecht.
England brachte diesmal mit QRP auf 14 MHz auch gute Signale, was wohl der Hauptabstrahlrichtung der FD-4 geschuldet war. Auch in allen anderen Richtungen funktionierte die Antenne sehr gut.
Die Spannungsversorgung erfolgte in diesem Jahr über die Bordbatterien des VW Multivan T5, für QRP völlig ausreichend.
Im T5 habe ich zwei eingebaute Akkus á 90 Ah zur Verfügung. Notfalls könnte ich auch den Motor starten, der Verbrauch liegt dann bei 0,6 Liter Diesel pro Stunde. Mit eingeschalteter Klimaanlage steigt der Verbrauch lediglich auf 0,8 Liter pro Stunde. Die Motorgeräusche mit Standgas sind kaum wahrnehmbar, und schon gar nicht störend.
Diese Stromerzeugung ist preiswerter und komfortabler als der Einsatz eines externen Notstrom-Generators.
Ich habe die Spannungsversorgung über die Drehstromlichtmaschine mal mit angeschlossenem FuG FT-897D bei max. 100 Watt Ausgangsleistung getestet, jedoch über externe 6 qmm Kabel und nicht über die Kfz-Steckdose.
Die Bordnetzspannung liegt mit laufender Maschine bei 13,8 Volt. Im Sendebetrieb bei vollem Träger sinkt die Bordspannung lediglich auf 13,6 Volt ab. Ich meine, das ist ein ausreichend stabiles Netz. Auf externe Akkus kann ich im T5 wohl künftig verzichten.
Als Antenne diente eine Windom-FD-4, die mit ihrer Hauptstrahlrichtung Nord-West Süd-Ost für gute Rapporte aus Skandinavien und Südeuropa sorgte. Die Einspeisehöhe lag bei ca. 12 m über Gelände.
Als Transceiver verwendete ich einen FT-897D mit abgeregelter Ausgangsleistung auf 5 Watt.
Sicher muß ich nicht besonders betonen, daß meine gesamte Funk-Technik, von Spannungsversorgung, DC- Kabel, Anschlüsse, Koaxialkabel und Antenne auf Anhieb funktionierten.
Besonders habe ich auf Einhaltung der Ausgangsleistung der Klasse QRP sowie die Antenne geachtet.
Mein selbst gestecktes Ziel an QSO’s habe ich erreicht, das Wetter war hervorragend, kein Regentropfen und der Fieldday war insgesamt sehr angenehm und völlig stressfrei. 
Unser Multivan T5 hat sich als Portabelshack und als komfortables Nachtquartier wieder sehr gut bewährt.
Im Multivan T5 können wir bis zu 4 Personen sehr bequem schlafen.
Zum Duschen und zur Morgentoilette fahren wir abwechselnd mit unserem Zweitfahrzeug etwa 5 km nach Hause.
Nach einer Stunde sind wir alle wieder “Landfein”. Diese Stunde muß der Contest schon mal abkönnen.
Für das leibliche Wohl mit zahlreichen Köstlichkeiten über den gesamten Feldtag sorgten an beiden Tagen XYL Lena, DL1FL und OB Albert, wofür ich mich ganz herzlich bedanke.
Ein durchaus gelungener, erfolgreicher und vor allem völlig stressfreier Fieldday unter Beteiligung meiner gesamten Familie, die auch viel Spaß tagsüber an diesem Standort hatte.
Vielen Dank an alle teilnehmenden Stationen.


Einige Bilder vom Fieldday 2014 auf Feldern zwischen Modelwitz und Zschaiga



FD 2014 Zschaiga 07 lütt
Der T5, Portabel-Shack und ein sehr komfortables Nachtquartier für die sendefreien Stunden.



FD 2014 Zschaiga 08 lütt
Bei diesem schönen Wetter konnte man sich auch mal raussetzen. Es war wunderbar still.



FD 2014 Zschaiga 02 lütt
Alles für den Feldtag, in der blauen Kiste der technische Kram, in der grünen Kiste die Verpflegung. Ein Fuchs hat sich
zu nächtlicher Stunde für die grüne Kiste interessiert. Er hatte keine Chance - der technische Kram darüber war zu schwer.


FD 2014 Zschaiga 03 lütt
Ein externes Notstromaggregat war nicht erforderlich, die Batterien des T5 lieferten ausreichend Strom für das FuG FT-897D
und der Spannungswandler (Inverter) stellte zusätzlich 230 Volt für Laptop, WLAN-Hotspot, Kaffeemaschine etc. zur Verfügung.


FD 2014 Zschaiga 06 lütt
In der Mittagszeit sorgte eine gute Querlüftung für angenehme Temperaturen im Shack.



FD 2014 Zschaiga 05 lütt
Der Anschluß des Spannungswandlers (Inverter) über Starterkabel mit großem Querschnitt sorgte für einen sehr geringen 
Spannungsabfall unter Volllast


FD 2014 Zschaiga 09 lütt
Die Windom FD-4 mit einer Einspeisehöhe von ca. 12 m über Gelände. Für 2 m und 70 cm habe ich eine Magnetfußantenne benutzt.



FD 2014 Zschaiga 21 lütt
Der Mastfuß aus Edelstahl, eine Eigenentwicklung von DH6ARM. Mit einer Mini-Wasserwaage exakt ausrichten, mit einem Rad
drauffahren, Mast einstecken - fertig.
Alles amateurmäßig, aber nicht dilettantisch.


FD 2014 Zschaiga 04 lütt
Der Spannungswandler (Inverter) macht aus 9 bis 17 Volt DC stabile 230 Volt AC mit Sinuswelle. 600 Watt als Dauerbelastung
sind Standard, bis zu 10 Minuten kann man das Gerät bis 1200 Watt belasten. Danach schaltet der Inverter wegen Überlast ab.
Die Kaffeemaschine mit 950 Watt hat der Inverter über 10 Minuten ohne Warnsignale erduldet.
So etwa steht es ja auch auf der Verpackung.
Das funktioniert aber nur bei laufender Maschine mit ausreichend Ampère, versteht sich. 


FD 2014 Zschaiga 11 lütt
Bei klarem Wetter ist die Aussicht von meinem Hausberg phantastisch. Das Fernglas ist immer dabei. 



FD 2014 Zschaiga 12 lütt
Bei QRP-Betrieb beziehe ich die Spannung aus dem Bordnetz direkt über die Steckdose.



FD 2014 Zschaiga 13 lütt
Portabelshack auf engstem Raum, aber völlig ausreichend.



FD 2014 Zschaiga 14 lütt
Das Fernglas “Zeiss 20 x 60” habe ich auf meinem Hausberg immer dabei.



FD 2014 Zschaiga 15 lütt
Ein Feldtag im wahrsten Sinne des Wortes, kilometerweit um die Antenne befindet sich nur Ackerland.
Absolute Ruhe - auf diesem Feldweg kamen weder Wanderer noch Radfahrer vorbei. Auch kein “men made noise”, wunderbar.


FD 2014 Zschaiga 16 lütt
Bei klarer Sicht ist Leipzig in etwa 45 km Entfernung mit dem Fernglas gut zu erkennen.



FD 2014 Zschaiga 18
Alle Vorbereitungen für den Fieldday waren gegen Mittag abgeschlossen. Der Contest kann 13:00 UTC beginnen.



FD 2014 Zschaiga 19 lütt
So ein Teleskopmast braucht jedoch regelmäßig Pflege. Ich benutze dafür technische Vaseline. Sie ist preiswert, schmiert nicht
und der Mast läßt sich danach mühelos wie am ersten Tag ausziehen.


FD 2014 Zschaiga 22
Mein Halb-Teleskop-Mast HTM-10, Baujahr 1989, hergestellt für die NVA, 10,70 m lang, ein treuer Begleiter für viele
Outdooraktivitäten.



FD 2014 Zschaiga 20 lütt
YL Lena, DL1FL und OB Albert bringen unser Mittagessen. Es gibt einen deftigen Porree-Eintopf. Jetzt wird der Feldtag
noch richtig familiär.
Nach ca. 15:30 Uhr begann der Rückbau der Antenne und Rückmarsch nach Hause.
Das war ein sehr angenehmer, erfolgreicher und stressreier Feldtag 2014. So macht Amateurfunk richtig spaß.

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